Die Gemeinde Horw hatte für 2025 ein Defizit von 5,8 Millionen Franken budgetiert. Stattdessen schliesst die Rechnung nun mit einem Plus von 7,2 Millionen Franken ab, was einer Abweichung von rund 13 Millionen entspricht.
Der Hauptgrund für den Ertragsüberschuss sind «deutlich über den Erwartungen liegende» Steuererträge, wie die Gemeinde in ihrem Jahresbericht schreibt. Insgesamt fielen die Steuererträge um 14,8 Millionen Franken höher aus als erwartet und liegen bei 87,6 Millionen Franken. Mehr Einnahmen als budgetiert habe es sowohl bei den ordentlichen Steuern als auch den Grundstückgewinn- und Erbschaftssteuern gegeben.

Trotz des Ergebnisses im Plus verzeichnete die Gemeinde 2025 höhere Aufwände als angenommen. Dafür seien hauptsächlich «Sonderabschreibungen auf immaterielle Anlagen» sowie «höhere Kosten der Pflegerestfinanzierungen und der wirtschaftlichen Sozialhilfe» verantwortlich.
Grosse Investitionen verzögern sich
Im vergangenen Jahr tätigte die Gemeinde nicht alle geplanten Investitionen: Sie gab von den eingeplanten 26,1 Millionen Franken lediglich 8,4 Millionen aus. Dies sei auf Einsprachen, Beschwerden und Projektanpassungen zurückzuführen. «Ins Gewicht fällt dabei die Verzögerung beim Neubau des Schulhauses Allmend», schreibt die Gemeinde. Deshalb werde der grösste Teil der Kredite auf die Rechnung 2026 übertragen.
Die vom Kanton definierten Kennzahlen kann Horw allesamt einhalten. So konnte die Gemeinde etwa Darlehen zurückzahlen, womit das Fremdkapital um 21,7 Millionen Franken auf 101,9 Millionen Franken gesunken ist. Das Eigenkapital ist gestiegen und beträgt 277,7 Millionen Franken. Das Nettovermögen pro Kopf liegt bei 3466 Franken.
Folgt bald eine weitere Steuersenkung?
Mit Ausnahme des Jahres 2023 hat Horw seit 2017 stets ein Plus geschrieben und verfügt deswegen über ein finanzielles Polster. Zwischen 2020 und 2024 wurde ein Überschuss von total 54 Millionen Franken erzielt. Die Stimmbevölkerung hat Anfang 2026 eine Steuersenkung für das laufende Jahr von 1,45 auf 1,4 Einheiten mit einem Ja-Anteil von rund 86 Prozent genehmigt.
Aufgrund des guten Rechnungsergebnisses von 2025 kommt nun eine neuerliche Steuersenkung auf das Tapet. Die FDP fordert mit einer Motion für 2027 einen Steuerfuss von 1,35 Einheiten. Auch die Mitte/GLP-Fraktion hat ein Postulat eingereicht. Darin geht es darum, dass der Gemeinderat gemäss Finanzstrategie eine weitere Steuersenkung erst prüfen will, wenn in den Rechnungen von 2026 und 2027 kumuliert ein Plus von 15 Millionen Franken resultiert. Die Fraktion fordert nun, dass schon das Plus von 2025 berücksichtigt wird. Dadurch könnte die allfällige Steuersenkung früher umgesetzt werden.
Der Gemeinderat rechnet gemäss Aufgaben- und Finanzplan 2026 bei einem Steuerfuss von 1,4 Einheiten allerdings mit negativen Rechnungsergebnissen für die nächsten Jahre, konkret mit einem Minus von kumuliert 31,3 Millionen Franken zwischen 2026 und 2030. Auf die Gemeinde kommen insbesondere mit dem Neubau des Schulhauses Allmend und der Entwicklung des Seefelds hohe Investitionskosten zu.



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