Mit WaldSchweiz, WaldNidwalden und WaldObwalden empfingen am 1. April 2026 drei Gastgeber rund 70 Gäste in Stans zum ersten NetzwerkWald-Anlass in diesem Jahr. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Nutzung und den Wegen von einheimischem und an diesem Abend im Speziellen von Zentralschweizer Holz. Ebenso kaskadenartig wie Holz im besten Fall genutzt wird, arbeiteten sich die Referenten durch den Abend: von der übergeordneten nationalen über die regionale bis zur konkreten lokalen Ebene. Durch den Abend führte Christoph Niederberger. In Hergiswil (NW) aufgewachsen, hatte der Direktor von WaldSchweiz in Stans ein Heimspiel.
Die nationale Strategie
Paul Steffen, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), skizzierte den Anwesenden die Grundzüge der Integralen Wald- und Holzstrategie 2050, welche der Bundesrat Ende 2025 publiziert hat. Darin legt der Bund die strategische Ausrichtung der Schweiz im Sektor «Wald und Holz» für die nächsten Jahre fest, mit dem Ziel, den Wald langfristig vielfältig, gesund und naturnah zu erhalten. Mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung soll ausserdem eine effiziente Nutzung der einheimischen Ressource Holz sichergestellt werden. Paul Steffen zeigte in seinem Referat die Handlungsschwerpunkte auf, denen die Integrale Wald- und Holzstrategie besonderes Augenmerk zukommen lassen will. Die Umsetzung erfordere eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der Wald- und Holzwertschöpfungskette, plädierte er für ein Miteinander. Er war sich aber auch bewusst: «Am Ende muss der Preis für alle stimmen.»
Zukunft Wald und Holz Zentralschweiz
Auf der nächsttieferen Ebene der Holzkaskade dieses Abends übernahm Pius Betschart, seit Kurzem Präsident von WaldSchwyz und Vorstandsmitglied der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz, das Rednerpult. Er stellte den Anwesenden das Projekt «Zukunft Wald und Holz Zentralschweiz» vor, welches im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes lanciert wurde. An diesem Projekt sind die Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug beteiligt. Es hat zum Ziel, die Holzflüsse in der Zentralschweiz zu erfassen sowie die Perspektiven von regionalem Holz aufzuzeigen und allfällige Verbesserungen vorzuschlagen. Auch für Pius Betschart war klar, dass die gesamte Wertschöpfungskette vom Wald bis zum fertigen Produkt eingebunden werden muss.
Bewusstsein für hiesiges Holz
Auf lokaler respektive kantonaler Ebene erhielten hernach Toni Niederberger und Ueli Wallimann das Wort. Toni Niederberger, Nidwaldner Landrat und Präsident des Vereins «Nidwaldner Holz», präsentierte der Versammlung die Ziele und Absichten des im November 2025 gegründeten Vereins. Grundsätzlich gehe es ihm und seinen Mitstreitern darum, in der Nidwaldner Bevölkerung das Bewusstsein für hiesiges Holz wieder zu stärken. Fast scheint es, als hätte die Bevölkerung nur auf «Nidwaldner Holz» gewartet: Obwohl noch kein halbes Jahr alt, zählt der Verein bereits über 140 Mitglieder. Toni Niederberger freut sich zwar über diesen Erfolg, weiss aber auch, dass ihm und seinen Mitstreitern noch ein langer Weg bevorsteht: «Anfangen ist nicht schwer, durchhalten schon.»
«Us iisem Holz» heisst das Label, mit dem WaldObwalden seit bald zehn Jahren den Einsatz von Obwaldner Holz auszeichnet. «Das Label ist eine Wertschätzung für den Mehraufwand, den Menschen leisten, um ‹iises Holz› einzusetzen, sagte Ueli Wallimann, Präsident von WaldObwalden. Dieser Mehraufwand sei einerseits finanzieller Natur, andererseits erfordere die Verwendung von einheimischem Holz auch höheren Koordinationsaufwand: «Förster müssen sich absprechen, wann welches Holz wo geschlagen und geliefert werden kann.» Der so gesteigerte Mehrbedarf nach einheimischem Holz werde durch Neupflanzungen kompensiert. «So hat beispielsweise die Obwaldner Kantonalbank, die für ihren Neubau sehr viel einheimisches Holz verwendete, mit einer Pflanzaktion einen Beitrag geleistet, damit verbrauchtes Holz wieder in den Wald gelang», erklärte Ueli Wallimann.


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