Der Kirschenanbau hat im Kanton Zug eine lange Tradition und lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Während die Früchte zunächst vor allem als Nahrungsmittel dienten, entwickelte sich später auch die Herstellung von Kirschwasser. Der älteste schriftliche Beleg für das Brennen von Zuger Kirsch stammt laut Chriesiforscher Ueli Kleeb aus dem Jahr 1626. Die gewerbliche Produktion begann Ende des 18. Jahrhunderts und entwickelte sich in der Folge zu einem bedeutenden lokalen Handwerk. Über die Jahrhunderte waren allein in der Stadt Zug 17 Brennereien an insgesamt 25 Standorten tätig.
Das laufende Jahr 2026 steht folglich ganz im Zeichen der Zuger Kirschbrand-Tradition, die heuer ihr 400-jähriges Bestehen feiert. Auf dieses Jubiläum machen ab Montag, 2. November, grossformatige Plakate an den Ortseingängen aufmerksam, wie die Zuger Kirschwasser Gesellschaft mitteilt, die hinter der Aktion steht. Das historische Plakatbild von 1926 zeigt einen Brenner an der Arbeit in der damaligen Kirschdestillerie Nussbaumer an der Ägeristrasse 40.
Am dortigen Standort, in der einzigen noch erhaltenen historischen Kirschbrennerei in der Stadt Zug, plant die neu gegründete Zuger Kirschwasser Gesellschaft ab Ende 2028 den Betrieb eines öffentlichen Veranstaltungslokals mit Kirschbar und Schaubrennerei, das gemietet werden kann.
In den oberen Geschossen ist ein Schaulager mit historischen Exponaten geplant, das die Geschichte der Zuger Kirschwasser- und Chriesikultur im Rahmen von Führungen zugänglich machen soll. (fae)
Alles über das Chriesibrennen unter www.zuger-rigi-kirsch.ch



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