Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) gerät erneut in den Fokus der Luzerner Politik. Grüne-Kantonsrat Samuel Zbinden (Sursee) verlangt Antworten zur Wissenschaftlichkeit, Unabhängigkeit und Finanzierung des An-Instituts der Universität Luzern. Auslöser ist eine «Republik»-Recherche über IWP-Direktor Christoph Schaltegger. Das IWP ist organisatorisch eigenständig und privat finanziert, aber über eine Vereinbarung mit der Universität verbunden.
Zbinden will wissen, ob die veröffentlichten IWP-Studien den vereinbarten wissenschaftlichen Standards genügen und wie die Universität deren Qualität kontrolliert. Er thematisiert insbesondere Publikationen ohne wissenschaftliches Qualitätsprüfungsverfahren und fragt, ob eine externe Untersuchung nötig sei. Weitere Fragen betreffen die weitgehend unbekannten Geldgeber der Trägerstiftung, Schalteggers Nebenbeschäftigungen und mögliche Reputationsrisiken für Universität und Kanton.
Die Zweifel am Institut sind nicht neu. Bereits 2021 stellte SP-Kantonsrat Urban Sager (Luzern) mit einer Anfrage die Unabhängigkeit des im Vorjahr gegründeten IWP infrage. Er wollte mehr über die Finanzierung, Kontrolle und möglichen Reputationsrisiken wissen. Der Regierungsrat erklärte, die Gefahr für den Ruf der Universität sei nicht höher als bei anderen Instituten.
2023 verlangte der damalige SP-Kantonsrat und heutige Nationalrat David Roth mit einem Postulat eine unabhängige Überprüfung der wissenschaftlichen Standards. Der Kantonsrat lehnte den Vorstoss ab; die Regierung erklärte, es gebe keine Hinweise auf Regelverstösse und die universitäre Qualitätssicherung genüge.
Genau dies stellt Zbinden nun wieder infrage: Er fordert den Regierungsrat auf, diese Einschätzung neu zu beurteilen. «Wenn sich die Vorwürfe erhärten und das IWP wiederholt unwissenschaftlich gearbeitet hat, sollte es klare Konsequenzen haben. Wie diese aussehen, muss die Universität in Absprache mit der Regierung entscheiden», sagt Zbinden auf Anfrage. (fg)




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