Schon die Anreise über die kurvenreiche Bergstrasse vermittelte einen Eindruck der besonderen Lage Isenthals. Beim Forstbetrieb am Dorfeingang wurden die Gäste von der Familienkapelle Hermiseggler musikalisch empfangen, wie es in einer Mitteilung der Gönner Schweizer Patenschaft für Berggemeinden heisst. Durch den Tag führte alt Korpskommandant André Blattmann.
Alt Ständerat Hermann Bürgi, Vizepräsident der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, erinnerte in seiner Begrüssung an die Entstehung der Organisation im Jahr 1940. Der Gedanke der Solidarität zwischen Berg- und Talregionen sei bis heute Grundlage ihrer Arbeit. Mit gezielter Unterstützung trage die Patenschaft viel dazu bei, dass Berggemeinden lebendig und bewohnbar bleiben.
Gemeindepräsidentin Andrea Gisler dankte den Gönnerinnen und Gönnern für ihre Verbundenheit mit dem Berggebiet. Die Unterstützung ermögliche es, wichtige Einrichtungen zu erhalten und Perspektiven für kommende Generationen zu schaffen. Regierungsrat Hermann Epp würdigte seinerseits die Anstrengungen von Kanton und Gemeinden, die Erschliessung und Infrastruktur in den Randregionen langfristig sicherzustellen.
Investitionen in den Schutzwald
Ein Schwerpunkt des Besuchs galt dem Forstbetrieb. Förster Andreas Arnold stellte den neuen Forsttraktor sowie das neue Forstmagazin vor, deren Realisierung durch Beiträge der Patenschaft mitfinanziert wurde. Anhand eindrücklicher Bilder zeigte er die vielfältigen Aufgaben der Schutzwaldpflege auf. Gerade in einem Berggebiet wie Isenthal komme dem Wald eine zentrale Schutzfunktion für Siedlungen und Verkehrswege zu.
Der Forsttraktor werde nicht nur für Waldarbeiten eingesetzt, sondern auch für den Winterdienst, den Strassenunterhalt und den Transport von Holzschnitzeln genutzt. Arnold verwies zudem auf erfolgreiche Projekte im Bereich des Naturschutzes. So habe sich der seltene Alpenbockkäfer dank gezielter Fördermassnahmen wieder angesiedelt. Gleichzeitig bilde der Betrieb regelmässig Lernende aus und leiste damit einen Beitrag zur Nachwuchsförderung.
Schule als Herzstück des Dorfes
In der Turnhalle wartete anschliessend das gemeinsame Mittagessen. Die Schulkinder umrahmten den Anlass unter der Leitung von Valentina Jauch mit musikalischen Darbietungen und servierten den Gästen Salat und Älplermagronen. Schulleiterin Nadja Diener stellte das Schulmodell der Gemeinde vor. Gegenwärtig besuchen 44 Kinder die Schule – von der Grundstufe bis zur sechsten Klasse. Die grosszügige Infrastruktur und die schulergänzende Tagesstruktur böten gute Voraussetzungen für Familien. Altersdurchmischtes Lernen ermögliche den Kindern, früh Verantwortung zu übernehmen und voneinander zu lernen.
Vor der Turnhalle präsentierten lokale Produzentinnen und Produzenten ihre Erzeugnisse. Die Marktstände mit regionalen Spezialitäten stiessen auf grosses Interesse. Beim anschliessenden Dorfrundgang erhielten die Gäste Einblick in verschiedene öffentliche Einrichtungen wie das Schulhaus, die Turnhalle, die Holzschnitzelheizung und die Gruppenunterkunft. Hotelier Ruedi Bissig informierte über die Geschichte und die wirtschaftlichen Grundlagen der Gemeinde. Rund 40 Landwirtschaftsbetriebe prägen das weitläufige Tal. Daneben sorgen Forstwirtschaft, holzverarbeitende Betriebe, Tourismus und öffentliche Dienstleistungen für Arbeitsplätze vor Ort.
Beeindruckt vom Gemeinschaftssinn
Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der Pfarrkirche St. Theodul und Agatha. Sakristan Bruno Imholz führte die Gäste durch die bewegte Geschichte des Gotteshauses. Die heutige Kirche wurde 1821 eingeweiht und beeindruckt durch ihre neoklassizistische Architektur sowie die kunstvollen Deckengemälde. Besonderes Interesse fand auch eine wertvolle historische Monstranz, die heute in einem eigens angefertigten Ausstellungskasten präsentiert wird.
Zum Abschluss sorgte die Familienkapelle Hermiseggler nochmals für musikalische Unterhaltung. Nach einem Tag voller Begegnungen, Informationen und Eindrücke verabschiedete Gemeindepräsidentin Andrea Gisler die Gäste. Viele Teilnehmende zeigten sich beeindruckt vom starken Gemeinschaftssinn und vom Engagement der Isenthaler Bevölkerung. «Die Gönnerfahrt machte sichtbar, was hinter den Unterstützungsbeiträgen der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden steht: konkrete Projekte, engagierte Menschen und lebendige Berggemeinden», heisst es in der Mitteilung. (zvg)




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