Beim jährlich stattfindenden Grillfest von Menschen mit Demenz gemeinsam mit Angehörigen gelang es Ende August besonders gut, den Gemeinschaftssinn, die Fürsorge und die Lebensfreude zu steigern. Am Ende des Abends gingen gut gelaunte, fröhliche Angehörige mit lobendem Dank für die gemütlichen Stunden nach Hause und glückliche Bewohnende wurden durch fürsorgliche Mitarbeitende in ihrem Abendritual begleitet.

Besonderes dankbar ist man bei der Pflegewohngruppe Höfli für die Arbeit von Lucia Jauch und Andrea Bissig. Die beiden sind für die Aktivierung zuständig. Sie fördern die Bewohnerinnen und Bewohner – je nach ihren persönlichen Möglichkeiten. «Unser Ziel ist es, Menschen mit Demenz in ihrem Wesen und Sein zu begleiten, ihre individuellen Ressourcen zu erkennen, darin zu fördern und sie auf ihrem Weg zu unterstützen», sagt Lucia Jauch. Andrea Bissig pflichtet ihr bei.
Die Vorfreude hochleben lassen
«Spontan ein Fest zu feiern, das ist für Menschen, die an Demenz erkrankt sind und ihre Angehörige nicht mehr möglich», sagt Pia Steiner, Geschäftsführerin der Pflegewohngruppe Höfli. Gemeinsame Veranstaltungen seien für Demenzkranke und deren Angehörige jedoch wichtige Ereignisse, an die sich viele positive Erinnerungen knüpfen würden. Bei Demenz funktioniert oft nur noch das Erinnern an frühere Erlebnisse. Deshalb lege man grossen Wert darauf, die Vorfreude hochleben zu lassen. «Dabei müssen wir jedoch immer darauf achten, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner von zu vielen Eindrücken nicht überfordert werden und berücksichtigen ihr Bedürfnis nach Ruhepausen».
Das Feiern als ein festes Ritual im Leben zu etablieren, schenkt den Menschen mit Demenz Dankbarkeit, Zuneigung, Verbundenheit und Lebensfreude. «Lebensfreude ist das Gefühl von tiefer Zufriedenheit und Glück im Alltag», so Pia Steiner. Lebensfreude entwickeln sei eine Kunst, der sich die Mitarbeitenden der Pflegewohngruppe Höfli mit vollem Engagement und Herz widmen würden. «In das Gesicht von glücklichen Menschen zu sehen, ergibt der geleisteten Arbeit einen Sinn.»
Auf individuelle Bedürfnisse wird geachtet
Ein Fest bewusst feiern, weckt die Sinne. Dem Aktivierungsteam gelang es mit den Bewohnenden bereits beim Vorbereiten für das Grillfest, alle Sinne zu aktivieren und beleben. So wurde die festliche Dekoration Wochen im Voraus mit den Bewohnenden hergestellt und über das Feiern mit Familie und Freunden gesprochen. Am Tag vor dem Fest wurde gemeinsam gerüstet, gebacken und gekocht, sodass sich alle auf das Fest zu freuen begannen.
«Unser Ziel ist es, den Bewohnenden ein Gefühl von Normalität zu schaffen. Dabei berücksichtigen wir im Jahresverlauf stattfindende Anlässe in der Region», erklärt Pia Steiner. So werden traditionelle Feste mit viel Freude und Engagement vorbereitet und in der Pflegewohngruppe gefeiert. Auch regelmässige Ausflüge finden statt. «Dabei wird auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohnenden geachtet, damit die dabei entstehenden Glücksmomente nachhaltige Gefühls-Erinnerungen hinterlassen.»

Leben im Hier und Jetzt, von Moment zu Moment
Als am späteren Samstagnachmittag die geladenen Gäste eintrafen, kam bald Festtagslaune auf. Es wurde grilliert, geplaudert, gelacht, gegessen und angestossen. «Das Klirren der Gläser vermochte diese ausgelassene Stimmung noch gebührend zu unterstreichen», sagt Pia Steiner. Das sorge für unvergessliche Momente sowie Gefühle, welche bei den Menschen trotz Demenz wohl noch sehr lange in Erinnerung bleiben würden. «Wenn wir miteinander feiern, erleben wir einen Moment des Glücks. Der innere Frieden, die pure Dankbarkeit für das, was wir im Moment erleben, stellt sich ein». Denn wer an Demenz erkranke, lebe im Hier und Jetzt, von Moment zu Moment.
«Die Aneinanderreihung von schönen und unbeschwerten Momenten ist dass, was wir in der Pflegewohngruppe Höfli für das allgemeine Wohlbefinden unserer Bewohnenden realisieren», so Pia Steiner Sie bedankt sich bei all den Menschen welche für das Gelingen des Grill-Abends beigetragen haben.

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