Gemeindefinanzen

Horw budgetiert für 2027 ein Minus von 2,8 Millionen Franken

Im Budget für das kommende Jahr steigen sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge. Unter dem Strich rechnet der Gemeinderat mit einem Minus. Der Steuerfuss bleibt unverändert.

Die Gemeinde Horw rechnet für das Jahr 2027 mit Ausgaben von rund 125,5 Millionen Franken und Erträgen von rund 122,6 Millionen Franken.  Sowohl die Aufwände (+5 Prozent) als auch die Einnahmen (+7 Prozent) sind gegenüber dem Vorjahresbudget gestiegen. Dies bei gleichbleibendem Steuerfuss von 1.4 Einheiten. «Die steigenden Aufwendungen sind insbesondere auf die Erfüllung bestehender Aufgaben und den wachsenden Leistungsbedarf zurückzuführen», heisst es in der Medienmitteilung der Gemeinde dazu. «Gleichzeitig stärkt das erwartete Steuerkraft- und Bevölkerungswachstum die Ertragsbasis.» Das budgetierte Minus fällt mit rund 2,8 Millionen Franken daher nicht so hoch aus wie noch vor einem Jahr im Finanzplan angenommen.

Bildung, Gesundheit und Sozialwesen kosten mehr

Höher als im Vorjahr sind die Ausgaben in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozialwesen. So beträgt der Aufwand gemäss dem Globalbudget Bildung rund 35,8 Millionen Franken. Verantwortlich dafür sind insbesondere höhere Kosten beim Personalaufwand (+ 1,6 Millionen Franken) als noch im Vorjahr. «Der höhere Personalaufwand bei der Bildung ist auf eine Zunahme bei der integrativen Sonderschulung, mehr Klassen, zusätzliche Lektionen im Rahmen von ‹Schulen für alle›, höhere Pensen bei den Schuldiensten sowie auf die Anstellungsveränderungen bei den Tagesstrukturen zurückzuführen», erklärt die Gemeinde im Aufgaben- und Finanzplan (AFP). Die Mehrkosten würden aber teilweise durch höhere Kantonsbeiträge aufgefangen. Der Einwohnerrat entscheidet am Donnerstag, 29. Oktober, über die Überführung der Anstellungsverhältnisse der Mitarbeitenden der schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen zum Kanton Luzern. Diese Überführung ist im Budget bereits eingeplant.

Die Kosten für die Pflegerestfinanzierung (+1,8 Millionen Franken) und die individuelle Sozialhilfe steigen ebenfalls, unter anderem wegen der Zunahme der älteren Bevölkerung sowie steigendem Leistungsbedarf. «Zusätzliche Belastungen» entstünden insbesondere «durch den Ausbau der Betreuungsangebote sowie durch höhere Aufwendungen für die wirtschaftliche Sozialhilfe, Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen und soziale Einrichtungen». Gemäss Globalbudget Sozialhilfe und Sozialberatung steigen die Ausgaben in diesem Bereich um 850'000 Franken. Die Beiträge an die wirtschaftliche Sozialhilfe machen davon rund 390'000 Franken aus.

Hohe Investitionen in Schulhausbau

Insgesamt stehen in der Gemeinde Horw 2027 Investitionen von rund 32 Millionen Franken an. «Die Investitionstätigkeit bleibt damit auf einem hohen Niveau und erfordert eine vorausschauende Priorisierung der Projekte sowie eine sorgfältige Planung der finanziellen Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt und die zukünftige Selbstfinanzierung», schreibt der Gemeinderat dazu.

Der Neubau des Schulhauses Allmend bildet mit rund 8,6 Millionen Franken den grössten Anteil der Investitionen. Zudem sind für Projekte im Strassenbau und der öffentlichen Infrastruktur grössere Ausgaben eingeplant, unter anderem für den Bushof und den Bahnhofplatz sowie für den Knoten Mättiwil in St. Niklausen. Und auch der Kauf der Schiltmatthalde für die Musikschule ist mit 1,8 Millionen Franken budgetiert. Dieses Geschäft wird der Einwohnerrat ebenfalls in der Sitzung am Donnerstag behandeln. Zudem sind die erste Etappe der Sanierung des Friedhofs und die Sanierung des Feld 1 im Seefeld geplant.

Mehr Steuereinnahmen erwartet

Doch nicht nur bei den Ausgaben, sondern auch bei den Einnahmen rechnet der Gemeinderat mit höheren Zahlen als im Vorjahr. «Aufgrund der zunehmenden Steuerkraft und des prognostizierten moderaten Bevölkerungswachstums wird mit höheren Steuererträgen gerechnet», schreibt die Gemeinde. Insgesamt sind rund 76,4 Millionen Franken Steuererträge für 2027 budgetiert. Zusätzlich werden höhere Einnahmen aus den OECD-Ergänzungssteuern (+2,6 Millionen Franken) erwartet.

Trotz des budgetierten Minus für 2027 und auch der investitionsreichen Folgejahre verfüge die Gemeinde Horw «aus heutiger Sicht» über «genügend Handlungsspielraum, um zukünftige Herausforderungen gut zu bewältigen», heisst es in der Medienmitteilung. Denn aufgrund der Rechnungsergebnisse der Vorjahre habe die Gemeinde Reserven geschaffen. Der Horwer Einwohnerrat wird den AFP 2027 an seiner Novembersitzung behandeln.

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