Jetzt ist es definitiv: Die Gemeinde Ebikon verkauft eine Parzelle auf dem Areal Sonne im Dorfkern. Am Dienstag hat der Einwohnerrat der Veräusserung für rund 1 Million Franken klar zugestimmt. Das 400 Quadratmeter grosse Grundstück an der Dorfstrasse 21 kann nun also von der Anliker-Gruppe erstanden werden. Die Parzelle wird damit Teil einer gut zehnmal grösseren Überbauung, auf der rund 80 Wohnungen entstehen sollen.
Die Diskussion im Parlament verlief ziemlich einseitig. Gegen den Verkauf sprach sich einzig die SP/Grüne-Fraktion aus. Am Schluss standen 4 linke Stimmen gegen 21 der Fraktionen Mitte, FDP/GLP und SVP.
«Glücksfall» oder «grosser Verlust»?
Die Bürgerlichen waren voll des Lobes über das Verhandlungsgeschick der Exekutive. «Ich muss dem Gemeinderat ein Kränzli winden», sagte etwa Guido Müller (SVP). «Dieser Kaufvertrag ist ein Glücksfall für Ebikon.» Das 90-jährige Gebäude sei etwas verlottert und leicht baufällig. «Man kann nichts Sinnvolles mehr damit machen.» Eine Investition vonseiten Gemeinde käme jedenfalls massiv teurer als der geplante Verkauf.
Auch René Friedrich (FDP/GLP) hielt fest: «Eine renommierte Firma ist gewillt, in Ebikon eine Areal-Entwicklung durchzuführen. Ich glaube, das wünschen wir uns alle. Das kleine Grundstück ist für die Gemeinde wertlos.» Einwohnerrat Götz Rether (Mitte) wies darauf hin, dass streng zwischen dem Verkauf und dem eigentlichen Bauvorhaben unterschieden werden müsse. Die Anliker-Gruppe werde ohnehin bauen. «Die Frage ist nicht ob, sondern wie.» Und das Wie werde dann später anhand eines Bebauungsplanes angeschaut.
Sandra Benz (SP/Grüne) sah den Verkauf mit ganz anderen Augen: «Wir verlieren ein Stück des alten Ebikoner Dorfkerns, das heute fast schon als ‹Lost Place› da steht.» Der Anliker-Gruppe winkten «fette Gewinne» – und den Ebikonerinnen und Ebikonern «facettenlose Allerweltsarchitektur». Der Verkauf sei ein «grosser Verlust» für die lokale Kultur.
Hier hakte Alex Donas (SP/Grüne) ein. Fakt sei, dass durch die Überbauung der beliebte Veranstaltungsort «Kultursonne» verschwinde. Für dessen Ersatz gebe es bisher nur «unrealistische und vage Ideen». Der Gemeinderat verhandle nun einfach einen «bedingungslosen Verkauf». Möglich sei aber auch eine Abgabe im Baurecht. Donas hätte sich gewünscht, dass der Gemeinderat mit Anliker wenigstens gewisse Auflagen für die Überbauung – zum Beispiel bezüglich Kulturraum oder bezahlbaren Wohnungen – verhandelt hätte.
Abgabe im Baurecht nicht umsetzbar
Gemeinderätin Susanne Troesch (Mitte) betonte, dass die Räumlichkeiten der «Kultursonne» niemals der Gemeinde gehört haben. Der Verlust des Veranstaltungsraumes stehe ohnehin an. Eine Verknüpfung des Verkaufes mit Auflagen etwa zu Kulturräumen sei formaljuristisch gar nicht möglich. Auch eine Abgabe im Baurecht sei nicht umsetzbar. Abschliessend hielt Troesch fest: «Es geht nicht darum, die Gemeindefinanzen kurzfristig zu sanieren, sondern um eine zukunftsgerichtete Entwicklung mitten in Ebikon. Eine solche Chance ergibt sich nicht jeden Tag.»




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