Der FC Rotkreuz verpflichtete den 28-jährigen Jan Studerus, weil der langjährige Stammtorhüter Joao «Ngongo» nach einer Operation für die gesamte Vorrunde ausfiel. Nun ist Ngongo wieder genesen. Er möchte in der Rückrunde sein Comeback feiern, doch Studerus wird seinen derzeitigen Stammplatz nicht kampflos abgeben.
Studerus startete seine Fussballkarriere als Innenverteidiger bei den Junioren des SC Cham, ehe er in einem Hallenturnier erstmals zwischen den Pfosten stand. Von der U16 bis zur U21 hütete er das Tor des FC Luzern, ehe er mit Cham II unter Trainer Marco Spiess in die 2. Liga aufstieg. Weitere Stationen waren Hausen am Albis, Affoltern am Albis, Küssnacht am Rigi und Höngg, wo er die Rückrunde in der vergangenen Saison wegen eines ausgerenkten Ellenbogens verpasste.
Plötzlich die Nummer 1
Seit dem vergangenen Sommer steht er nun beim FC Rotkreuz in der 2.-Liga interregional im Tor. Studerus verrät: «Der Abschied von Höngg fiel mir nicht leicht. Aber ich wurde in Rotkreuz mit offenen Armen willkommen geheissen. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl. Wir stehen an der Spitze der Gruppe 4 und peilen den Aufstieg in die 1. Liga an.»
Dass Rotkreuz nach 11 Runden an der Tabellenspitze steht, ist nicht zuletzt Studerus zu verdanken. Der 188 Zentimeter grosse Torhüter überzeugt mit einem guten Stellungsspiel, mit der Beherrschung des Strafraums und mit tollen Paraden, die den Gegner regelmässig verzweifeln lassen. Studerus, der sich selbst als «zielstrebig, humorvoll, bodenständig» bezeichnet, sagt: «Wenn ich mir ein Ziel setze, gebe ich immer 120 Prozent, um es zu erreichen.»
Ganz Ähnliches dürfte auch der langjährige Rotkreuzer Stammkeeper Joao Ngongo von sich sagen, der in der Rückrunde wieder voll einsatzfähig sein wird. Studerus und Ngongo dürften sich einen Kampf um den Stammplatz im Tor des FC Rotkreuz liefern. Trainer Roland Schwegler hat damit die Qual der Wahl.
Buffon als grosses Vorbild
Studerus outet sich als Fan von Juventus Turin und vom ehemaligen Torhüter Gianluigi Buffon, der 657-mal den Kasten des piemontesischen Vorzeigeklubs hütete und 176 Länderspiele mit der italienischen Nationalmannschaft bestritt. Studerus verrät: «Mich fasziniert der italienische Fussball, dessen Stars sich nicht zu schade sind, mit Herzblut ihr Bestes zu geben.»
Mit einem abgeschlossenen Studium in Sozialpädagogik in der Tasche verfügt Studerus über ein gerüttelt Mass an Empathie und Menschenkenntnis. Davon profitieren auch die drei Kinder seiner Schwester, denen er ein guter Onkel ist. «Ich bin der Götti ihrer siebenjährigen Tochter Aliyah. Meine Freundin Sophia sagt hin und wieder, ich sei ein strenger Götti. Das mag stimmen, wenn es ums Benehmen, um Anstand oder um andere grundlegende Verhaltensweisen geht, ansonsten bin ich für jeden Spass zu haben», versichert Studerus glaubhaft.
Ebenso glaubhaft versichert er, dass er Unehrlichkeit verabscheut und im Fussball nicht gerne verliert, weil er oder seine Mitspieler nicht alles gegeben haben. Vollen Einsatz fordert Studerus auch am Samstag (16 Uhr, Kunstrasen Wintersried SZ), wenn der Leader Rotkreuz auswärts gegen den Tabellenvierten Ibach antritt. Studerus betont: «Wir müssen im Kopf bereit sein für eine harte Auseinandersetzung. Mein persönlicher Wunsch ist es, mein Tor sauber halten zu können.» Wenn ihm das gelingt, kann er den Abend getrost mit Musik ausklingen lassen, zumal er preisgibt: «Ich liebe nebst dem Sport auch Musik. Ich besitze noch viele Vinylscheiben und einen Plattenspieler.»




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