Fussball

Zuger Drittligisten treten die Winterpause an – mit gemischten Gefühlen

Cham 23 überrascht auf Rang 2, Ägeri lauert dahinter – während Steinhausen und Rotkreuz II ihren Ansprüchen noch hinterherlaufen. Zug 94 II wiederum ist als Aufsteiger auf Kurs Richtung Ligaerhalt. So unterschiedlich präsentiert sich die Ausgangslage der Zuger 3.-Liga-Teams vor der Winterpause.

Vor der Winterpause sieht die Ausgangslage in der Zuger 3. Liga folgendermassen aus: Cham 23 überwintert auf dem hervorragenden zweiten Tabellenrang und Ägeri liegt auf Rang 4 in Lauerstellung. Steinhausen und Rotkreuz haben noch Luft nach oben. Sie belegen mit je 14 Punkten die Ränge 6 und 7. Zug 94 II, das sich den Ligaerhalt zum Ziel gesetzt hat, hat nur einen Punkt weniger auf seinem Konto als die deutlich höher eingeschätzten Steinhausen und Rotkreuz II.

Der unangefochtene Leader Altdorf, der 11 Punkte mehr auf dem Konto hat als der Tabellenzweite Cham 23, wird nach menschlichem Ermessen die Aufstiegsrunde erreichen. Cham 23, Sarnen und Ägeri werden den 2. Aufstiegsrundenplatz wohl unter sich ausmachen.

Cham 23 hat mehr als nur das Soll erfüllt

Trainer Nicolas Martin und sein Staff haben in der Vorrunde hervorragende Arbeit abgeliefert. Es ist ihnen in kurzer Zeit gelungen, mehrere eigene Nachwuchsspieler ins bereits bestehende Teamgefüge einzubauen. Dass Cham 23 mit 22 Punkten auf dem fantastischen 2. Tabellenrang überwintern kann, freut Nicolas Martin. Doch er sagt: «Der zweite Tabellenrang war nicht unser primäres Ziel. Uns ging und geht es darum, unsere Jungs zu fördern und sie Schritt für Schritt für höhere Ziele bereit zu machen.»

Viele Faktoren hätten den bisherigen Erfolg möglich gemacht: Der Ehrgeiz und die vorbildliche Disziplin der Spieler und das gut harmonierende Trainingsgespann. «Entscheidend war auch, dass die Einwechselspieler sich schnell ins Mannschaftsgefüge integriert und neue Impulse gesetzt haben», betont Nicolas Martin. Cham 23 hat bisher mehr als nur das Soll erfüllt. Chapeau!

Ägeri bestätigt die Erwartungen

Der FC Ägeri hat im Hinblick auf mehrere eigene B-Junioren in den Kader der 1. Mannschaft aufgenommen und sie teilweise 3.-Liga-Luft schnuppern lassen. Dass die Elf von Trainer Beat Appert mit 19 Punkten überwintern kann, darf mit Fug und Recht als Erfolg gewertet werden. Präsident Paul Hegner betont: «Wir haben uns den Ligaerhalt zum Saisonziel gesetzt – eine Rangierung haben wir nicht festgelegt. Unser Hauptanliegen war, eine gute Stimmung innerhalb des Vereins und eine Identifikation mit unsren Fans und der Bevölkerung zu schaffen. Das ist gelungen, und das freut mit.»

Dem zielstrebig und seriös arbeitenden Trainer Beat Appert sei es innert kürzester Zeit gelungen, ein gutes Klima zu schaffen. Im Frühjahr 2027 kann der FC Ägeri das schmucke, neu gebaute Klubhaus in Betrieb nehmen. Das dürfte zu einer weiteren Vertiefung der Identifikation des Vereins mit seinen Mitgliedern und der Bevölkerung führen.

Steinhausen ärgern die vielen Unentschieden

Der SC Steinhausen startete die Meisterschaft mit dem Ziel, einen vorderen Tabellenrang zu erreichen. Nun überwintert das Team des Trainergespanns Igor Tadic/Enzo Puntillo mit 14 Punkten aus elf Spielen auf Rang 6. «Wir sind unzufrieden und enttäuscht. Uns ärgern vor allem die vielen Unentschieden – fünf an der Zahl – die wir unter anderem auch gegen Teams aus dem hinteren Tabellenbereich einstecken mussten», gibt Igor Tadic unumwunden zu.

Nüchtern betrachtet, ist noch nichts verloren. Steinhausens Rückstand auf den Tabellenzweiten Cham 23 beträgt zwar 9 Punkte, aber in den verbleibenden 11 Rückrundenspielen sind noch 33 Punkte zu vergeben. Da kann sich noch Vieles wenden – zum Guten und zum Schlechten.

Rotkreuz II sucht nach Gründen

Rotkreuz II überwintert punktgleich mit Steinhausen auf dem 7. Tabellenrang. Diese Rangierung entspricht nicht den Erwartungen des Trainergespanns der Gebrüder Davide und Enzo Palatucci, die vor dem Saisonstart von einer Spitzenposition geträumt haben. Die Frage, warum der Traum von einer Spitzenposition bislang nicht in Erfüllung gegangen sei, beantwortet Enzo Palatucci mit den Worten: «Das ist eine schwierige Frage, die auch wir uns stellen.»

Die Frage schlüssig zu beantworten, fällt Enzo Palatucci zwar schwer, doch er startet einen Erklärungsversuch und sagt: «Vielleicht waren wir wegen der ferienbedingten Abwesenheiten während der Saisonvorbereitung nicht fit genug, als die Meisterschaft begann. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass nicht jeder Spieler für seinen Mitspieler mitgelaufen und an die eigenen Grenzen gegangen ist.»

Zug 94 II ist auf gutem Weg

Die im vergangenen Sommer in die 3. Liga aufgestiegene Elf von Zug 94 II setzte sich den Ligaerhalt zum Saisonziel. Nun überwintert das Team von Trainer Guto Cappellini mit 13 Punkten auf dem 8. Tabellenrang. Zug 94 II hat vier Punkte mehr auf seinem Konto als der auf dem ersten Abstiegsplatz liegende ESC Erstfeld. Das ist noch keine Garantie fürs Erreichen des Saisonziels, aber Guto Cappellini ist überzeugt, dass sich seine Mannschaft in der Rückrunde noch zu steigern vermag.

Er betont: «Wir hatten anfangs Saison etwas Mühe, uns in der 3. Liga zurechtzufinden. Doch dann haben wir reagiert und uns kontinuierlich gesteigert. Wir liessen den Ball laufen und nahmen die Zweikämpfe an.» Er sei mit der bisherigen Leistung seiner jungen Truppe zufrieden, und sicher, dass sie sich in der Rückrunde noch steigern werden.

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