Kino Zug

Fliz Filmklub Zug: Reif für die Insel

Seit 30 Jahren zieht es den französischen Arzt Loran Bonnardot nach Tristan da Cunha. Der Film «Tristan forever» begleitet seine Suche nach Abgeschiedenheit und Zugehörigkeit.

Die einsame Insel – eine Floskel, die meist mit Sehnsucht nach Ruhe, Zurückgezogenheit und innerer Erdung in Verbindung gebracht wird. Genau dies sucht der französische Arzt Loran Bonnardot. Seit 30 Jahren nimmt er sich regelmässig eine Auszeit auf der abgeschiedensten Insel der Welt. Das ist Tristan da Cunha im Südatlantik. Ausschliesslich über einen anstrengenden Seeweg erreichbar, leben hier knapp 250 Menschen dauerhaft.

Loran Bonnardot möchte einer von ihnen werden und sich dauerhaft in dieser Einsamkeit weitab vom Rest der Welt niederlassen. Tristan da Cunha ist für ihn zur Heimat geworden. Er kennt alle Bewohner. Doch um hier sesshaft zu werden, braucht es die Zustimmung des Inselrates. Loran nimmt rege am kleinen Gesellschaftsleben teil, bringt sich ein, arbeitet mit. Und dennoch sucht er selbst in dieser Abgeschiedenheit noch mehr Einsamkeit, indem er sich ein Haus einrichtet weit ausserhalb des Inselortes.

Abgeschiedenheit vs. Zugehörigkeit

Der Film «Tristan forever» von Tobias Nölle dokumentiert Lorans Reise in die Abgeschiedenheit, mischt diese Begleitung jedoch mit surrealen und fiktiven Elementen. Dokumentarische Realität und Fantasie verschwimmen im Verlauf des Films. «Tristan forever» zeichnet nicht einfach das romantische Bild des Aussteigens und der Flucht in die wohltuende Einsamkeit, sondern setzt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Abgeschiedenheit und Zugehörigkeit auseinander.

Der Fliz Filmklub Zug zeigt «Tristan forever» am Montag, 9. November, um 20 Uhr im Kino Gotthard Zug. Nach der Vorführung gibt es ein Saalgespräch mit dem Produzenten Christof Neracher und Karen Lavarello aus Tristan da Cunha.

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