Der alpenweite Aktionstag «Alpen in Bewegung» feierte am vergangenen Samstag Premiere.
Dazu aufgerufen hatten die Alpenschutzkommission CIPRA Schweiz und CIPRA International zusammen mit lokalen Alpenschutzbewegungen. Der Name verweist auf den zivilgesellschaftlichen Einsatz für die Alpen und darauf, dass der Alpenraum selbst ständig in Bewegung ist. Pro Alps (vormals Alpen-Initiative) feierte die Premiere beim Sustenpass, wie der Verein in einer Mitteilung schreibt.

Passend zum Namen des Aktionstags bewegten sich auch die Teilnehmenden selbst: Die einen wanderten von Uri, die anderen von Bern zum Sustenpass. Andere reisten mit dem Postauto an und erkundeten den Gletscherlehrpfad Steinalp. Am Nachmittag trafen sich alle beim Steingletscher. Dort diskutierten sie über Fragen zur Zukunft der Alpen und hielten ihre Gedanken und Wünsche auf Wimpeln fest. Gemeinsam knüpften sie die Wimpel zu einer langen Girlande und setzten damit ein sichtbares Zeichen für den Alpenschutz. Präsidentin Nara Valsangiacomo rundete die Aktion mit einer Rede ab, in der sie betonte, wie wichtig die gemeinsame Bewegung zum Schutz der Alpen ist.
Verlagerungsnotstand: mehr Lastwagen, weniger Schiene
Bewegung, oder vielmehr eine Kursänderung, brauche es gemäss dem Verein auch in der Verlagerungspolitik. «Die Entwicklung im alpenquerenden Güterverkehr zeigt derzeit in die falsche Richtung.» Im alpenquerenden Güterverkehr habe sich 2025 der Negativtrend fortgesetzt. Der Bahnanteil sank auf 68,6 Prozent – den tiefsten Wert seit zehn Jahren. Die Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten stieg auf rund 960'000 und liegt damit deutlich über dem gesetzlichen Ziel von höchstens 650'000 Fahrten pro Jahr. Pro Alps spricht von einem «Verlagerungsnotstand», der den Alpenraum zunehmend überlaste.
Auch der Personenverkehr belastet die Alpen
Nicht nur der Güterverkehr setzte den Alpen zu, so Pro Alps. Der Freizeit- und Tourismusverkehr im Alpenraum hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Über die Hälfte des gesamten Personenverkehrs in der Schweiz entfällt heute auf Freizeit und Tourismus, doch nur knapp ein Viertel dieser Wege legen die Menschen mit dem öffentlichen Verkehr zurück. Besonders belastend wirke der Ausweichverkehr: Sobald der Verkehr auf den Transitachsen stockt, weichen viele Reisende auf Kantons- und Gemeindestrassen aus und tragen Lärm und Abgase in die Dörfer.
Pro Alps fordert Bundesrat und Parlament auf, den verfassungsmässigen Alpenschutz konsequent umzusetzen: mehr Güter auf die Schiene und wirksame Instrumente zur Lenkung des Personenverkehrs. Nara Valsangiacomo, Präsidentin von Pro Alps, sagt dazu: «Wir haben heute auf dem Sustenpass ein Zeichen für die Alpen gesetzt. Jetzt muss sich auch die Politik bewegen.» (mka)


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