Sustenpass

Fast eine Million Lastwagen queren die Alpen: Pro Alps fordert mehr Schutz

Die Zahl der alpen­que­renden Last­wagen­fahrten stieg 2025 auf rund 960'000 und liegt damit deutlich über dem ge­setz­lichen Ziel. Pro Alps fordert Bundes­rat und Parla­ment zum Handeln auf.

Der alpenweite Aktions­tag «Alpen in Be­wegung» feierte am vergangenen Samstag Premiere.

Dazu aufgerufen hatten die Alpenschutzkommission CIPRA Schweiz und CIPRA Inter­national zusammen mit lokalen Alpen­schutz­be­wegungen. Der Name ver­weist auf den zivil­gesell­schaftlichen Ein­satz für die Alpen und da­rauf, dass der Alpen­raum selbst ständig in Be­wegung ist. Pro Alps (vormals Alpen-Initiative) feierte die Premiere beim Susten­pass, wie der Verein in einer Mitteilung schreibt.

Passend zum Namen des Aktions­tags be­wegten sich auch die Teil­nehmenden selbst: Die einen wanderten von Uri, die anderen von Bern zum Susten­pass. Andere reisten mit dem Post­auto an und er­kundeten den Gletscher­lehr­pfad Stein­alp. Am Nach­mittag trafen sich alle beim Stein­gletscher. Dort disku­tierten sie über Fragen zur Zukunft der Alpen und hielten ihre Ge­danken und Wünsche auf Wimpeln fest. Ge­meinsam knüpf­ten sie die Wimpel zu einer langen Gir­lande und setzten damit ein sichtbares Zeichen für den Alpen­schutz. Präsi­dentin Nara Valsan­giacomo rundete die Aktion mit einer Rede ab, in der sie be­tonte, wie wichtig die ge­meinsame Be­wegung zum Schutz der Alpen ist.

Verlagerungs­notstand: mehr Last­wagen, weniger Schiene

Be­wegung, oder viel­mehr eine Kurs­än­derung, brauche es gemäss dem Verein auch in der Ver­lagerungs­politik. «Die Ent­wicklung im alpenquerenden Güter­ver­kehr zeigt derzeit in die falsche Richtung.» Im alpen­que­renden Güter­verkehr habe sich 2025 der Negativ­trend fortgesetzt. Der Bahn­an­teil sank auf 68,6 Prozent – den tiefsten Wert seit zehn Jahren. Die Zahl der alpen­que­renden Last­wagen­fahrten stieg auf rund 960'000 und liegt damit deutlich über dem ge­setz­lichen Ziel von höchstens 650'000 Fahrten pro Jahr. Pro Alps spricht von einem «Ver­lagerungs­not­stand», der den Alpen­raum zu­nehmend über­laste.

Auch der Personen­ver­kehr be­lastet die Alpen

Nicht nur der Güter­ver­kehr setzte den Alpen zu, so Pro Alps. Der Frei­zeit- und Tourismus­ver­kehr im Alpen­raum hat in den ver­gan­genen Jahren stark zu­ge­nommen. Über die Hälfte des ge­samten Personen­ver­kehrs in der Schweiz ent­fällt heute auf Frei­zeit und Tourismus, doch nur knapp ein Viertel dieser Wege legen die Menschen mit dem öffent­lichen Verkehr zurück. Besonders be­lastend wirke der Aus­weich­verkehr: Sobald der Verkehr auf den Transit­achsen stockt, weichen viele Reisende auf Kantons- und Gemeinde­strassen aus und tragen Lärm und Abgase in die Dörfer.

Pro Alps fordert Bundes­rat und Parla­ment auf, den ver­fassungs­mässigen Alpen­schutz konse­quent um­zu­setzen: mehr Güter auf die Schiene und wirk­same Instru­mente zur Len­kung des Personen­verkehrs. Nara Valsan­giacomo, Präsi­dentin von Pro Alps, sagt dazu: «Wir haben heute auf dem Susten­pass ein Zeichen für die Alpen ge­setzt. Jetzt muss sich auch die Politik be­wegen.» (mka)

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