Der Kanton Uri gehört zu den fünf Nominierten für den diesjährigen «Teufelsstein». Mit dem Schmähpreis zeichnet die Organisation Pro Alps Projekte und Angebote aus, die ihrer Ansicht nach zusätzlichen Autoverkehr im Alpenraum verursachen. Im Fall von Uri steht die Bewilligung der Veranstaltung «SOC x Classic Driver» auf der Furka- und Oberalppassstrasse durch den Kanton in der Kritik, wie aus einer Mitteilung von Pro Alps hervorgeht.
An dem Anlass nahmen zahlreiche Oldtimer und sogenannte Vintage-Supercars teil. Pro Alps bemängelt insbesondere die Signalwirkung der Veranstaltung. Der Kanton Uri habe sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und bezeichne den Verkehr selbst als wichtigsten Verursacher von Treibhausgasemissionen. Ein Anlass, bei dem motorisierte Mobilität als Prestige inszeniert werde, stehe im Widerspruch zu diesen Zielen, argumentiert die Organisation.
Kritik äussert Pro Alps auch an Fahrten im Vorfeld der Veranstaltung. Anwohnende aus Andermatt und der Umgebung hätten von gefährlichen Trainingsfahrten berichtet. Eine Polizeikontrolle habe erst nach den beanstandeten Fahrten stattgefunden.
Auch Melchsee-Frutt nominiert
Neben Uri sind vier weitere Projekte nominiert: der Ausbau des Parkhauses Stöckalp bei der Talstation Melchsee-Frutt – ein Baukredit über 8,2 Millionen Franken wurde genehmigt, um 184 zusätzliche Parkplätze zu schaffen –, die Oldtimerveranstaltung «The I.C.E.» in St. Moritz, das Bergbahnabo Magic Pass sowie die von Schweiz Tourismus beworbene «Grand Tour of Switzerland». Nach Ansicht von Pro Alps fördern alle Nominierten die Anreise mit dem Auto und verstärken damit den Freizeit- und Tourismusverkehr in den Alpen.
Die Bevölkerung kann bis zum 31. August online darüber abstimmen, wer den «Teufelsstein 2026» erhalten soll. Die Bekanntgabe des Resultats ist für September vorgesehen.




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