Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) steht auch nach dem Geschäftsjahr 2025 auf einer «sehr guten finanziellen Basis» und schliesst das Jahr mit einem Gewinn von 15,02 Millionen Franken und einem Umsatz von 68,04 Millionen Franken ab, wie der Medienmitteilung des Unternehmens zu entnehmen ist. Dies unterstreiche die erfolgreiche Balance zwischen dem öffentlichen Leistungsauftrag und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. «Wir konnten einen sehr erfreulichen Gewinn erwirtschaften. Dies trotz geringerer Stromproduktion der Wasserkraft sowie des langen Ausfalls des Kernkraftwerks Gösgen», wird Remo Infanger, Direktor des EWN, zitiert.
Im vergangenen Jahr hatte das EWN in seinen Wasserkraftwerken und denjenigen der Beteiligungen rund 140 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom produziert. Dies liege 17 Prozent unter dem Vorjahr und sei im Wesentlichen auf die geringe Schneelage im Winter sowie tiefe Niederschläge vom Frühjahr bis Herbst zurückzuführen. Damit stieg der Beschaffungsbedarf von Strom am Handelsmarkt und brachte entsprechend höhere Beschaffungskosten.
Grossprojekte zur Absicherung
Das EWN treibt denn auch mehrere «Generationenprojekte» voran, um sich im volatilen Energiemarkt breiter aufzustellen und langfristig rentabel zu bleiben, «auch zugunsten des Kantons». Zu den Projekten gehören neue Seewasser-Wärmeverbunde in Buochs – mit bereits vielen Anschlüssen und grossem CO₂-Einsparpotenzial – sowie ein geplantes Projekt in Hergiswil. In Buochs entsteht zudem einer der grössten Batteriespeicher der Zentralschweiz zur Stabilisierung des Stromnetzes. Parallel wird das Glasfasernetz im Kanton weiter ausgebaut, ebenso die Einführung von Smart Metern, von denen bis Ende 2027 25'000 installiert sein sollen. Auch intern investiert das EWN: In Buochs ist ein neuer, sicherer und energieeffizienter Hauptsitz geplant.
Sichere Stromversorgung
Das Investitionsvolumen erreichte gemäss EWN 2025 mit knapp 17 Millionen Franken einen Höchststand, «wenngleich regulatorische und bewilligungstechnische Verzögerungen dazu führten, dass nicht alle geplanten Vorhaben im vollen Umfang realisiert werden konnten», heisst es in der Mitteilung. Für die langfristige und sichere Stromversorgung im Kanton Nidwalden sei im vergangenen Geschäftsjahr erneut in die Netzinfrastruktur investiert worden. Durch den Ersatz von Freileitungen durch erdverlegte Kabel erhöhe sich die Versorgungssicherheit, da diese deutlich weniger anfällig für Umwelteinflüsse sind. Mit einer durchschnittlichen Dauer von 12 Sekunden ungeplantem Stromausfall pro Kunde habe das EWN einen sehr ambitionierten Zielwert erreicht, der auch unter dem Schweizer Durchschnitt liege.
Die Beiträge an den Kanton betragen 7,3 Millionen Franken und umfassen Gewinnausschüttung, Kapitalzinsen, Wasserzinsen und Konzessionsgebühren. Insgesamt wurden Aufträge im Umfang von rund 6,7 Millionen Franken an Nidwaldner Unternehmen vergeben. Weitere 1,4 Millionen wurden an die Nidwaldner Stromproduzenten rückvergütet und rund 6,1 Millionen beträgt die Bruttolohnsumme der im Kanton wohnhaften Mitarbeitenden.
Mehr Mitarbeitende und neue Ziele
Die Belegschaft wuchs im vergangenen Jahr auf 128 Mitarbeitende, das sind 14 zusätzliche Mitarbeitende. Mit einer Teilzeitquote von 31 Prozent und «attraktiven Anstellungsbedingungen positioniert sich das EWN als moderner Arbeitgeber», schreibt das Unternehmen. Ein besonderes Augenmerk gelte der Ausbildung: Elf Lernende sind derzeit beim EWN tätig, wobei mit der Geomatik seit letztem Sommer eine neue Fachrichtung ausgebildet wird.
Im laufenden Jahr werde das EWN die Umsetzung des neuen Stromgesetzes vorantreiben. Weitere Schwerpunkte seien der Baustart des Grossbatteriespeichers sowie die Baueingabe für den neuen Hauptsitz. (rwi/zvg)



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