«Initianten bleiben auf Genossenschafts-Wohnungen sitzen» – so schrieb diese Zeitung im vergangenen April und meinte damit das geplante Quartier Rüüssegg beim Emmer Seetalplatz. Obschon die Baubewilligung seit Mai 2025 rechtskräftig vorliegt, fuhren bislang keine Bagger auf. Die Medienstelle der Entwicklerin Halter AG begründete dies mit der «Komplexität des Projekts». Man arbeite aber «mit Hochdruck» daran.

Jetzt steht fest: Diesen Herbst werden die Bauarbeiten starten, wie die Halter AG in einer Medienmitteilung vom Montag schreibt. Und zwar nicht nur jene der ersten Etappe mit den 58 gemeinnützigen Wohnungen und den 100 im Stockwerkeigentum – sondern neu auch die 186 Mietwohnungen, die erst in späteren Etappen hätten erstellt werden sollen. Als Investorin tritt in diesem Fall – das wird ebenfalls jetzt bekannt – La Foncière auf, ein 1954 gegründeter Immobilien-Anlagefonds mit Sitz in Lausanne.
«Mit der Realisierung in einer Etappe werden die Gebäude gestaffelt bezogen, ohne dass die Bewohnerinnen und Bewohner durch weitere Baustellen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft beeinträchtigt werden», schreibt die Halter-Medienstelle auf Nachfrage. «Zudem können die attraktiven Aussenräume mit der Fertigstellung der Gesamtüberbauung gleichzeitig vollendet und von Beginn an genutzt werden.»
Gemeinnützige Anlagestiftung springt ein
Eine weitere Neuerung: Anstelle der von Halter für die Rüüssegg gegründeten Wohnbaugenossenschaft wird eine gemeinnützige Anlagestiftung in jenen Quartierteil investieren. Deren Namen werde man nach Unterzeichnung der Verträge voraussichtlich bis Ende August kommunizieren.
Bekanntlich ist das Interesse an diesen Genossenschaftswohnungen bisher mau: Von 58 Einheiten sind ein Jahr nach dem Vermarktungsstart erst 6 reserviert – sogar eine weniger als noch im April. Die Halter-Medienstelle überrascht dies nicht – sie schreibt dazu: «Der Bezug der Wohnungen erfolgt erst in knapp drei Jahren. Das ist eine sehr lange Vorlaufzeit für Mieterinnen und Mieter einer Genossenschaft.» Man sei überzeugt, dass die Wohnungen «aufgrund des attraktiven Standorts und des überzeugenden Wohnangebots» bis zum Bezug alle vermietet sein werden. Was allerdings auch ein Grund sein könnte für das Zögern, ist das Finanzierungsmodell: Interessenten müssen etwa für eine 4,5-Zimmer-Wohnung 80'000 Franken Eigenkapital aufbringen.

«Baurecht in Luzern weniger etabliert»
Bei den 100 Stockwerkeigentumswohnungen sind aktuell 31 reserviert, 3 mehr als im April. Das ist ebenfalls nicht üppig, gerade mit Blick auf die moderaten Preise – so kostet die günstigste 3,5-Zimmer-Wohnung 555'000 Franken. Ein möglicher Grund ist, dass die Abgabe im Baurecht erfolgt. «Im Vergleich zu anderen Regionen ist das Baurecht in Luzern weniger etabliert», schreibt Halter. Dabei gebe es laut der Medienstelle gute Argumente für diese Form: Bei einer durchschnittlichen Haltedauer von Wohneigentum von rund 25 Jahren bezahlten Käuferinnen und Käufer im Baurecht über den Baurechtszins «weniger als die Hälfte des Landwerts, der bei einem direkten Kauf des Grundstücks anfallen würde». Zudem sei der Kanton als Landeigentümer «ein verlässlicher Partner».
Bleibt noch die Frage, was denn nun so komplex war. Immerhin beginnen die Bauarbeiten erst rund 15 Monate nach Erhalt der Bewilligung. Halter schreibt: «Die Koordination mit den Werkleitungen und den benachbarten Projekten rund um den Seetalplatz haben eine enge planerische Abstimmung erfordert. Zudem ist unsere Tiefgarage bautechnisch sehr anforderungsreich und musste ebenfalls abgestimmt werden.»



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