Einigung

Emmen zieht Einsprache gegen den Bypass zurück

Der Bund will dafür sorgen, dass der Bau des Bypass kein Verkehrschaos auslöst. Der Emmer Gemeinderat ist zufrieden und zieht seine Beschwerde zurück.

Die Staus auf der A2 und A14 im Raum Luzern haben markant zugenommen – so hat sich etwa die Zahl der Staustunden vor dem Sonnenbergtunnel in Kriens seit 2019 verdoppelt. Deshalb soll die Autobahn ausgebaut werden. Der Bund plant mit dem «Bypass Luzern» einen neuen A2-Tunnel zwischen den Ausfahrten Luzern-Kriens und Emmen Süd. Zudem sind Ausbauten in den Tunnels Schlund, Spier und Rathausen geplant.

Bringt der Bypass der Region Luzern die erhoffte Entlastung – oder droht bloss noch mehr Verkehr? Diese Frage ist insbesondere auch während der rund 16-jährigen Bauzeit relevant. Die direkt betroffenen Gemeinden Kriens, Luzern und Emmen haben deshalb gegen das Projekt Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Damit wollten sie erreichen, dass Bau und Betrieb des Bypass für die Bevölkerung erträglich bleiben.

Emmen unterzeichnet Vereinbarung mit Bund und Kanton

Die Forderungen der drei Gemeinden waren unterschiedlich: Während Kriens für eine Überdachung der A2 kämpfte, forderte die Stadt Luzern zusätzliche Busspuren in der Innenstadt sowie den Erhalt des Dammgärtlis, das im Bereich der Tunnelbaustelle liegt. Die Gemeinde Emmen wiederum fürchtete ein Verkehrschaos während der Bauarbeiten.

Weil die Forderungen von Kriens und Luzern grösstenteils erfüllt wurden, haben die beiden Gemeinden ihre Einsprachen gegen den Bypass zurückgezogen. Dasselbe tut jetzt auch Emmen, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Bund, Kanton und Gemeinde Emmen heisst. Nach Verhandlungen mit Bund und Kanton habe man jetzt «Transparenz und die nötige Verbindlichkeit» erhalten, wird der Emmer Baudirektor Andreas Roos (Mitte) zitiert. Diese Verbindlichkeit ist in einer gemeinsam unterzeichneten Vereinbarung festgehalten. Darin sind flankierende Massnahmen für das Emmer Gemeindegebiet während der Bypass-Bauphase vorgesehen.

Dabei sind vor allem zwei Phasen für Emmen kritisch. Die erste ist gleich zu Beginn der Bypass-Bauarbeiten: Aufgrund von Werkleitungsarbeiten auf der Reusseggstrasse wird ein grosser Einbahn-Ring zwischen Reusseggstrasse und Seetalplatz (im Gegenuhrzeigersinn) eingerichtet. Nur der Bus kann weiterhin in beiden Richtungen fahren. Dieses Regime bleibt während rund sechs Monaten bestehen.

Sonnenbergtunnel bleibt jahrelang gesperrt

Die zweite kritische Phase ist nach Eröffnung der ersten Bypass-Röhre. Dann wird nämlich der Sonnenbergtunnel für mehrere Jahre gesperrt – zuerst in Fahrtrichtung Süd, dann in Richtung Nord. Dadurch gibt es Einschränkungen beim Anschluss Luzern-Kriens. Wer von Kriens nach Emmen fahren will – oder umgekehrt –, kann dies nicht mehr über die Autobahn tun, sondern muss via Stadt Luzern und Seetalplatz ausweichen.

Damit das lokale Strassennetz trotz dieser zusätzlichen Belastung weiterhin funktionieren kann, ist eine umfangreiche Verkehrssteuerung vorgesehen. Auf den Hauptachsen in der Gemeinde Emmen sind zahlreiche Lichtsignale geplant, deren genaue Standorte ebenfalls in der Vereinbarung aufgelistet sind. Die Ampeln haben die Aufgabe, den Verkehr zu steuern und teils auch zu dosieren. Dosierungsampeln sind beispielsweise auf dem Sedel sowie beim Übergang A2 / A14 (Verzweigung Rotsee) vorgesehen.

Weitere Ampeln werden bei Bedarf installiert

Falls sich zeigen sollte, dass diese Massnahmen nicht ausreichen, können weitere Ampeln hinzukommen – etwa beim Anschluss Emmen Nord, auf der Gerliswilstrasse und in Reussbühl.

«Ziel ist, die Beeinträchtigungen durch den Bau des Bypass für die Bevölkerung und für alle Verkehrsteilnehmenden mit flankierenden Massnahmen so gering wie möglich zu halten», so Andreas Roos weiter.

Trotz Rückzug der Beschwerde der Gemeinde Emmen bleibt das Projekt Bypass vor Bundesverwaltungsgericht blockiert. Hängig sind weiterhin die Beschwerden von WWF und VCS, die den Bypass grundsätzlich bekämpfen wollen.

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