Vor einem Jahr ging die Gemeinde Emmen gemäss Finanzplan für 2027 von 2,3 Millionen Franken Defizit aus. Nun liegt das effektive Budget vor und es sieht wesentlich besser aus: eine schwarze Null, respektive 11'799 Franken im Plus. Dies bei einem Aufwand von insgesamt 284,19 Millionen Franken, wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilt.
Und nicht nur das: Nach sechs positiven Rechnungsabschlüssen in Folge dürfte 2026 ebenfalls erfreulicher ausfallen als mit 98'000 Franken Plus budgetiert. Verantwortlich für die insgesamt bessere Ausgangslage sind unter anderem höhere Steuererträge. Für 2027 sind rund 105 Millionen Franken budgetiert. Das sind 5,85 Millionen mehr als im Budget 2026.
Im Gegenzug steigt der Aufwand gegenüber 2026 um mehr als 16 Millionen Franken. Haupttreiber sind Mehrausgaben im Sozial- und Bildungsbereich. Allein bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe werden 1,2 Millionen Franken mehr erwartet, bei der Pflegerestfinanzierung 1,16 Millionen Franken. Weiter steigt der Sach- und Betriebsaufwand, unter anderem aufgrund der erweiterten Schulinfrastruktur und des Betriebs des Kultur- und Kongresszentrums Gersag. Schliesslich hinterlassen die hohen Investitionen der vergangenen Jahre ebenfalls «zunehmend Spuren», wie es in der Mitteilung weiter heisst: Abschreibungen und Zinskosten steigen.
Froh über die schwarze Null zeigt sich der Emmer Finanzdirektor Christian Blunschi (Mitte) – es ist sein erstes Budget – und sagt: «Nüchtern betrachtet entspricht es den Erwartungen.» Trotz der vergangenen positiven Abschlüsse und der verbesserten Ausgangslage für die nächsten Jahre mahnt er wie sein Vorgänger zur Vorsicht, erwähnt etwa den weiterhin hohen Investitionsbedarf, die mit über 4000 Franken pro Kopf hohe Verschuldung und den ungenügenden Selbstfinanzierungsgrad. Deshalb bleibt der Steuerfuss bei 2,15 Einheiten.
Eine Direktion wird durchleuchtet
Um die Finanzlage mittelfristig strukturell zu verbessern, lanciert der Gemeinderat zwei strategische Projekte. Einerseits soll die Entwicklung der Emmer Arbeitszonen gezielt vorangetrieben werden. Für 2027 sind dafür 220'000 Franken eingestellt. Andererseits wird die Direktion Soziales und Gesellschaft einer Analyse unterzogen. Dafür sind nächstes Jahr 140'000 Franken vorgesehen. Strukturen, Leistungen, Prozesse und Finanzierungsmodelle sollen daraufhin untersucht werden, «wo Minderaufwendungen oder zusätzliche Erträge möglich sind.»
Zwar gehört Emmen laut einer Studie bereits zu den effizientesten Gemeinden der Schweiz, dennoch sagt Blunschi: «Auch wer effizient ist, kann sich noch verbessern.» Denn gerade bei der Sozialhilfe wachsen die allerdings meist gebundenen Ausgaben besonders rasch.
Investitionen von rund 29 Millionen
Auch 2027 investiert die Gemeinde in ihre Infrastruktur. Vorgesehen sind Nettoinvestitionen von rund 29 Millionen Franken. Diese fliessen unter anderem in die Schulhausprojekte Emmen Dorf und Meierhöfli sowie in das neue Nichtschwimmerbecken im Mooshüsli. Über das Budget 2027 befindet der Emmer Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 10. November.






Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.