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Gemeindefinanzen

Emmen rechnet 2026 mit einem Mini-Plus – danach werden die Budgets ziemlich rot

Trotz weiterhin angespannter Finanzlage bleibt der Steuerfuss der Gemeinde bei 2,15 Einheiten.

«Wir brauchen wieder schwarze Zahlen.» Dies sagte der scheidende Emmer Finanzvorsteher Patrick Schnellmann (Mitte) vor einem Jahr zu dieser Zeitung, bei der Präsentation des Budgets 2025 mit 1,2 Millionen Minus. Nun hat der Gemeinderat das Budget 2026 verabschiedet. Ja, es schliesst mit einem Plus – wenn auch bescheiden, mit 98'000 Franken bei einem Aufwand von insgesamt 267,9 Millionen Franken.

Das Gemeindehaus von Emmen.
Bild: Pius Amrein (Emmen, 3. 7. 2025)

Erneut sind die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Wieder sind es vor allem höhere Personalkosten und wieder besonders bei den Lehrpersonen, unter anderem wegen zusätzlicher Klassen. Glücklicherweise für die Gemeinde verzeichnet diese auch auf der Ertragsseite höhere Einnahmen – etwa bei den Sondersteuern.

Bild: marx

Sozialhilfe- und Bildungskosten steigen stark an

Trotzdem sieht Schnellmann die nahe finanzielle Zukunft von Emmen auf Anfrage skeptisch: «Die gebundenen Ausgaben steigen derart stark an – darunter die Bildungskosten und gemäss Hochrechnung 2025  wirtschaftlich bedingt die Sozialhilfeausgaben –, dass der Spielraum bei den ungebundenen Ausgaben immer noch kleiner wird.» Und bei letzteren liege das Geld, mit dem man die Gemeinde weiterentwickle.

Zum anderen sei die Entwicklung auf der Einnahmenseite höchst unsicher: Wie viele OECD-Gelder landen wirklich in der Gemeindekasse? Welchen Einfluss hat die kantonale Steuergesetzrevision? Für Schnellmann sind zu viele Fragen offen, er sagt: «Nehmen wir die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen – da sind wir im laufenden Jahr momentan noch unter Budget.»

Patrick Schnellmann.
Bild: Eveline Beerkircher

Entsprechend bereitet ein Blick auf die Planjahre 2027 und 2028 je mit Millionen-Minus sowie auf die damit einhergehende Nettoverschuldung pro Einwohner wenig Freude: So liegt diese in der Rechnung 2024 noch bei 3685 Franken, im Budget 2026 aber bereits bei 7033 Franken. Zu viel mit Blick auf den kantonalen Grenzwert von 2500 Franken. Gemäss Schnellmann bleibe nichts anderes übrig, als «noch präziser zu budgetieren» und bei den Investitionen zu sparen.

Schulprojekte hinauszögern und lieber verdichten

Für die Planperiode 2026-2029 sind Nettoinvestitionen von 132,68 Millionen Franken vorgesehen, davon allein 31,1 Millionen Franken im 2026. Den grössten Brocken machen jene in die Schulinfrastrukturen aus. «Hier müssen wir wohl in Zukunft noch Abstriche machen», sagt Schnellmann. Will heissen: Etwa neue Schulhausprojekte hinauszögern und stattdessen auf Verdichtung setzen. Eine Erhöhung des Steuerfusses sei aktuell aber nicht vorgesehen, die kommenden Jahre erforderten jedoch «sorgfältige Entscheidungen und strategische Weichenstellungen».

Das Budget 2026 ist das letzte von Schnellmann – er kann für sich in Anspruch nehmen, fünf Mal nacheinander zwischen 2020 und 2024 schliesslich positive Abschlüsse präsentiert zu haben. Er sagt: «Es war selbstverständlich nicht allein mein Verdienst, doch ich überlasse meiner Nachfolge gesunde, wenn auch herausfordernde Finanzen.»

Der Einwohnerrat wird das Budget 2026 an seiner Sitzung vom 11. November behandeln.

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