Uri

Ein fast vergessener Tag mit langer Tradition

Eine Einladung zum Gebet für unser Land: Am Bettag treffen sich Interessierte in Altdorf vor dem Rathaus.

Am Sonntag, 20. September, findet wiederum dieser fast vergessene und in den sozialen Medien kaum beachtete nationale Gebetsanlass statt. Dabei hat dieser Gebetsaufruf eine sehr lange Geschichte und wurde nicht etwa durch die Kirchen ins Leben gerufen, sondern durch die eidgenössische Tagsatzung. Die Geschichte des eidgenössischen Bettages führt zurück ins Spätmittelalter. In Notzeiten wurden durch die Behörden wöchentliche oder monatliche Festtage vorgeschrieben, die Zeit und Raum für das gemeinsame Gebet ermöglichten.

Erwähnt ist zum Beispiel, dass 1619 ein erster gemeinsamer Dank- und Bettag der reformierten Orte stattfand, um für die Einheit der Reformierten zu danken. 1643 führten auch die katholischen Stände einen gemeinsamen Bettag ein. Bereits am 1. August 1832 – also einige Jahre vor dem Inkrafttreten der Bundesverfassung von 1848 – legte die eidgenössische Tagsatzung den dritten Sonntag im September als offiziellen Gebetstag für alle Kantone fest. 1876 wurde der Bettag vom Bundesrat in den offiziellen Staatskalender aufgenommen. Im Jahr 2012 wurden 119 Bundesparlamentarier aktiv und haben einen Aufruf zur Stärkung des Bettages unterschrieben.

Aktuell läuft ein schweizweit lancierter Aufruf zur vermehrten Teilnahme am diesjährigen Dank-, Buss- und Bettag. Konkret wird dazu eingeladen, sich um 15 Uhr gemeinsam vor den Regierungsgebäuden, Rats- und Gemeindehäusern zum Gebet für unser Land und unsere Regierung einzufinden. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme beim Rathaus in Altdorf eingeladen. In einem schlichten Rahmen wollen wir in kleinen Gruppen im Gebet für unser Land und unsere Regierung einstehen. Der Fokus liegt auf dem Zusammenleben in der Schweiz, unserer gesellschaftlichen Verantwortung für Frieden und dem persönlichen und kollektiven Glauben.

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