Nach einer gefährlichen Annäherung zwischen einem Militärhelikopter und einem Privatflugzeug über dem Oberalppass hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ihre Untersuchung eingestellt. Der Vorfall ereignete sich bereits vor knapp zehn Jahren am 26. Juli 2016 im Kanton Graubünden.
Gemäss dem am Dienstag veröffentlichten Bericht kreuzten sich ein Helikopter des Typs EC635 der Schweizer Luftwaffe und ein Motorflugzeug des Typs DR 400/180 in unmittelbarer Nähe auf rund 2500 Meter über Meer. Der Abstand zwischen den beiden Luftfahrzeugen betrug nach Einschätzung der Piloten lediglich 15 bis 20 Meter.
Beide Flugzeuge flogen im Sichtflug
Das Privatflugzeug befand sich auf einem Trainingsflug im Gebirge, während der Helikopter kurz zuvor von der Höhenstation Unghürstöckli gestartet war und sich im Sinkflug befand. Beide Maschinen waren nach Sichtflugregeln unterwegs. Die Besatzungen nahmen einander erst im letzten Moment wahr und konnten eine Kollision nur knapp vermeiden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war der Himmel über dem Oberalppass zwar stark bewölkt, die Sicht betrug im Tal jedoch rund 20 Kilometer.
Die Sust hält fest, dass sich der Vorfall im unkontrollierten Luftraum ereignete, in dem das Prinzip «sehen und ausweichen» gilt. Beide Luftfahrzeuge waren zwar mit Transpondern ausgerüstet, verfügten jedoch über keine Kollisionswarngeräte.
Die während der Untersuchung identifizierten risikoreichen Faktoren seien bereits aus früheren Fällen bekannt gewesen. Deshalb sei der zusätzliche Erkenntnisgewinn begrenzt, schreibt die Sust. Aus diesem Grund wurde die Untersuchung eingestellt.
Die Sust verweist in ihrem Bericht auf mehrere ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit und betont die grundsätzlichen Grenzen des Sichtflugprinzips, insbesondere im Gebirge. (rem)


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