notifications
Stadt Luzern

Die neue Bahnhofstrasse ist auf der Zielgeraden

Nach jahrelanger Verzögerung wird die Umgestaltung der Bahnhofstrasse im Mai fertig. Freuen darf man sich auf mehr Bäume, Kiesbelag und ein neues WC.
Bald ist die neu gestaltete Bahnhofstrasse fertig, die letzten Bäume werden gerade gepflanzt.
Bild: Boris Bürgisser (22. 4. 2026)

«Ankommen, Verweilen, Geniessen»: so lautet die Vision der Stadt Luzern für die neu gestaltete Bahnhofstrasse. Nach 15 Jahren, zwei Abstimmungen und diversen Einsprachen, soll das Projekt im Mai abgeschlossen werden. Ursprünglich hatte das Stimmvolk bereits 2013 entschieden, die Strasse zur Flaniermeile zu machen: Tempo 20, Vortritt für Fussgänger. Bald soll auch eine öffentliche WC-Anlage folgen, auf die angekündigte Buvette will die Stadt jedoch verzichten.

Auch auf der angrenzenden Seidenhofstrasse wird der Boden teilweise entsiegelt und durch Bäume begrünt. Auf dem Gelände entstehen laut Angaben der Stadt zudem 470 Veloabstellplätze. In der Theaterstrasse entfallen sechs und in der Seidenhofstrasse vier Autoparkplätze.

Bereit für den Stadtlauf

Dank entsiegeltem Boden und einer zusätzlichen Baumreihe soll die Bewegungszone an der Reuss einladender wirken. Momentan sind die Arbeiten an der Bahnhofstrasse auf der Zielgeraden, die letzten Bäume werden noch gepflanzt. Pünktlich zum Stadtlauf am 25. April soll möglichst viel der Fläche nutzbar sein. «Wir sind im Austausch mit dem Stadtlauf», erklärt Projektleiter Lukas Deschwanden, es sehe aber schon sehr gut aus.

Als grösste Herausforderung für die Umgestaltung nennt Deschwanden die komplexe Situation um die Baustelle herum. Die Bahnhofstrasse ist für Fussgänger und Velos eine wichtige Hauptachse, die trotz Baustelle immer offen bleiben musste. Besonders im Sommer war die Leitung des Verkehrs eine Herausforderung. Auch das anliegende Gewerbe war während der Umgestaltung stark betroffen, insgesamt gab es aber keine grösseren Zwischenfälle.

Projektleiter Lukas Deschwanden an der Baustelle auf der Bahnhofstrasse.
Bild: Boris Bürgisser (22. 4. 2026)

Die eigentlichen Hürden beim Projekt gab es auf der bürokratischen Seite. Eine ursprünglich eingeplante unterirdische Velostation wurde 2022 vom Stimmvolk abgelehnt, was Umplanung erforderte. Dazu kamen diverse Einsprachen und Beschwerden, unter anderem von der LUKB, die Rückstaus aus dem Kantonalbank-Parkhaus befürchtete, sollte die Bahnhofstrasse für den Autoverkehr gesperrt werden.

Haben die Verzögerungen das Projekt verteuert? «Zeit kostet Geld» stuft Deschwanden ein. Aber: man könne es nicht in Franken und Rappen bemessen. Bewilligt worden ist ein Kredit von 6,8 Millionen Franken, davon steuert der Bund 2,1 Millionen bei.

«Auch die Fasnacht wird sich anpassen»

Während der rund eineinhalb Jahre, in denen an der Strasse gebaut wurde, musste der Monatsmarkt umziehen. Der Markt wird an die Bahnhofstrasse zurückkehren, sagt Deschwanden, wenn auch mit Anpassungen. Zu gegebener Zeit werde dieses Projekt angegangen.

Änderungen wird es auch bei der Fasnacht brauchen. Bisher standen an der Bahnhofstrasse diverse Wagen und Essensstände. Nun fällt ein grosser Teil der nutzbaren Fläche weg. Diverse Gruppen mussten sich bereits für die Fasnacht 2026 neu organisieren. Deschwanden macht klar: «Auch die Fasnacht wird sich den Gegebenheiten anpassen.» Trotzdem soll die Fasnacht weiterhin Platz finden auf der Bahnhofstrasse und dem Theaterplatz.

Theaterplatz wird aufgehübscht

Neben der Bahnhofstrasse wird auch der Theaterplatz ein Facelifting erhalten, zumindest ein temporäres. Die Neugestaltung des Platzes wurde vor der Abstimmung über die Zukunft des Theaters geplant. Seit der Abfuhr des Neubaus ist unklar, wie es mit dem Haus weitergeht. Die Stadt hielt an den ursprünglichen Plänen fest. Mobile Elemente und temporäre Begrünung sollen den Vorplatz des Theaters ansprechend machen.

Offiziell eröffnet wird die Bahnhofstrasse mit einer Feier am 23. Mai 2026.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)