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«Ich hätte lieber ein 6:0 gehabt» – Schweizerinnen gewinnen auf Malta ohne zu glänzen

Das Schweizer Nationalteam der Frauen kommt auch im zweiten Spiel der WM-Qualifikation zu einem ungefährdeten Sieg. In Malta siegen Lia Wälti und Co. mit 4:1.
Die Schweizer Stürmerin Aurélie Csillag klatscht nach dem Spiel ab mit Gegenspielerin Stefania Farruggia.
Bild: Domenic Aquilina/freshfocus

Ein Sieg auf Malta war fest eingeplant – am liebsten ein möglich hoher. Auf dem komplizierten Weg an die WM-Endrunde 2027 in Brasilien können nämlich nicht nur die Punkte entscheidend sein, sondern auch das Torverhältnis.

Die drei Punkte hat die Schweiz auf der Mittelmeerinsel ungefährdet eingetütet. Nach zwei Partien steht das Team von Neo-Coach Rafael Navarro mit sechs Zählern an der Spitze der QM-Qualifikationsgruppe F. Die grosse Torflut blieb jedoch aus. Dabei sah es in den ersten Minuten in Ta’Qali noch so aus, als würde die Schweiz auf einen Kantersieg zusteuern.

Torflut bleibt aus gegen die Weltnummer 88

Leichtfüssig spielten sich die Schweizerinnen in der Anfangsviertelstunde durch die maltesische Defensive. Iman Beney eröffnete das Skore dann auch schon in der 8. Spielminute nach Ablage von Barcelona-Akteurin Sidney Schertenleib. Nur zwei Minuten später konnte Beney selbst als Vorbereiterin glänzen. Mit viel Tempo läuft sie durchs Mittelfeld und spielt einen herrlichen Steckpass auf Alisha Lehmann, die problemlos zum 2:0 verwertete.

Leila Wandeler herzt Teamkollegin Alisha Lehmann nach deren Tor zum 2:0 in der 10. Minute.
Bild: Domenic Aquilina/freshfocus

In der 19. Minute kam Malta schliesslich zum unverhofften Anschlusstreffer. Offensiv-Spielerin Leila Wandeler, die heute auf der ungewohnten Position der Rechtsverteidigerin agierte, verschätzte sich bei einem weiten Ball, was die Chance für Maltas Maria Farrugia eröffnete. Diese bezwingt die Schweizer Torhüterin Livia Peng mit einem Chip aus spitzem Winkel. Der Abwehrverbund der Schweiz machte in dieser Situation keine gute Falle.

Das Spiel flachte danach ein wenig ab und die Schweizer Torproduktion geriet ins Stocken. Zum einen spielten die Schweizerinnen in der Offensive nicht mehr so präzise, zum anderen verlieh der Anschlusstreffer Malta, der Nummer 88 der FIFA-Weltrangliste, einen Energieschub für die restliche Verteidigungsarbeit. Trotzdem erhöhten die Schweizerinnen durch ein Tor von Svenja Fölmli noch vor der Pause auf 3:1. Für die 23-jährige Frau aus Sursee war es bereits der zweite Treffer in der laufenden WM-Qualifikation, nachdem sie am Dienstag im Auftaktspiel gegen Nordirland um den 2:0-Endstand besorgt war.

Einwechselspielerin Aurélie Csillag brachte in der zweiten Halbzeit nochmals Schwung in die Offensive.
Bild: Domenic Aquilina/freshfocus

In der zweiten Halbzeit sorgte dann die für Fölmli eingewechselte Aurélie Csillag für neuen Schwung in der Schweizer Offensive. Kurz nach der Pause scheiterte die Liverpool-Spielerin mit ihrem Abschluss am Pfosten. Trotz Dauerdruck und zahlreicher Chancen dauerte es bis zur 74. Minute, bis Csillag das Skore erhöhte. Mit 4:1 fiel der Sieg viel zu mager aus.

Csillag: «Um uns für die WM zu qualifizieren, braucht es mehr»

Dieser Meinung war auch Nati-Captain Lia Wälti nach dem Spiel. «Ich hätte definitiv lieber ein 6:0 gehabt anstatt ein 4:1», sagte sie im Interview mit SRF und weiter: «Wir haben unsere Chancen leider wieder nicht gut genug ausgespielt.» Auch für die Torschützin zum 4:1, Aurélie Csillag, war die Leistung nicht gut genug. «Klar, um uns für die WM zu qualifizieren, braucht es mehr. Wir wissen alle, dass wir Luft nach oben haben», so die 23-Jährige.

Rafael Navarro meinte nach seinem zweiten Pflichtspiel an der Seitenlinie der Schweizer Nati, dass erste Ziel hätte man mit den sechs Punkten erreicht. Sein Team sei aber weit von den eigenen Standards entfernt gewesen. «Nach den zwei frühen Toren hätten den Fuss nicht vom Gas nehmen dürfen», so der Spanier. Nun werde er mit seinem Team die Spiele analysieren, um «uns beim nächsten Nati-Zusammenzug stärker zu zeigen».

In gut zwei Monaten steht die nächste Nati-Pause an. Auf dem langwierigen Weg nach Brasilien stehen dann wieder zwei Qualifikationsspiele auf dem Programm. Am 14. April empfängt die Schweiz im Zürcher Letzigrund die Türkei, vier Tage später steigt das Rückspiel in der Türkei.

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