Ein Unentschieden, zwei Siege, Gruppenerster – die Vorrunde ist für die Nati nicht viel mehr als eine Pflichterfüllung. Katar, Bosnien und Kanada sind Geschichte. Nun beginnt die WM so richtig!
Für die Nati-Fans heisst es nächste Woche: Wecker stellen! Die Schweiz absolviert den WM-Sechzehntelfinal am Freitag, 3. Juli, morgens um 5 Uhr. Nachdem die Fans während der Gruppenphase dreimal in den Genuss von Abendspielen kamen, gibt’s nun den WM-Leckerbissen zum Frühstück. Austragungsort ist wie gestern das kanadische Vancouver.

Doch die wichtigste Frage bleibt bis Sonntag unbeantwortet: jene nach dem Gegner. Die Schweiz trifft als Sieger der Gruppe B auf einen Drittplatzierten. Wer wird es? Dafür müssen wir einen Ausflug in die Mathematik machen. Schwieriges Thema, schon klar. Aber wir geben das Beste.
Bei dieser WM qualifizieren sich 32 von 48 Teams für die K.o-Phase. Also auch acht von zwölf Gruppendritten. Das bedeutet nach den Regeln der Kombinatorik: Es gibt insgesamt 495 Möglichkeiten, welche acht Gruppendritten das sind.
In der Theorie: 14 Gegner sind möglich
Die Fifa hat für jeden dieser 495 Fälle bereits vor WM-Start definiert, welche Gruppensieger im Sechzehntelfinal auf welche Gruppendritten treffen. Notiert ab Seite 80 in den Regularien unter «Annexe C».
Für die Schweiz, den Sieger der Gruppe B bedeutet das: Der Gegner ist einer der Dritten aus den Gruppen E, F, G, I und J. Vierzehn Teams kommen Stand jetzt noch in Frage dafür. Curaçao, Ecuador, Elfenbeinküste (alle E), Japan, Holland, Schweden (alle F), Ägypten, Belgien, Iran, Neuseeland (alle G), Irak, Senegal (I), Algerien und Österreich (J).
Und wer wird es wirklich?
Muss der Schweizer Staff jetzt 14 Teams intensiv scouten? Wohl kaum. Denn die Praxis sieht komplett verschiedene Wahrscheinlichkeiten vor, auf welchen Gruppendritten die Schweiz trifft. CH Media hat alle 495 möglichen Fälle durchgeschaut. Das sind die Ergebnisse:
In 260 von 495 Fällen (etwas mehr als 52 Prozent) trifft die Schweiz auf den Dritten der Gruppe G. Also entweder Ägypten, Belgien, Iran oder Neuseeland. Die Ausgangslage vor dem Gruppenfinal am Samstagmorgen um 5 Uhr ist, dass jedes der vier Teams noch Dritter werden kann.

In 190 von 495 Fällen (etwas mehr als 38 Prozent) trifft die Schweiz auf den Dritten der Gruppe J. Hier kommen nur noch zwei Teams in Frage: Österreich oder Algerien. Die Österreicher werden Dritte, wenn sie gegen Algerien mit Ex-Nati-Coach Vladimir Petkovic verlieren. Bei Sieg Österreich oder Unentschieden, sind Algerien und Petkovic Gruppendritte – und damit möglicher Schweizer Gegner.
Die Chancen, dass die Schweiz auf einen Dritten der Gruppen E, I oder F trifft, betragen zusammen also nicht einmal 10 Prozent – darum ignorieren wir diese Fälle vorerst.
Das ist unsere Prognose
Darum rücken sechs mögliche Gegner in den Fokus: Ägypten, Belgien, Iran oder Neuseeland aus der Gruppe G. Sowie Algerien und Österreich aus der Gruppe J.
Bis hierhin sind wir davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeiten für alle Gruppen gleich hoch sind, dass «ihr» Dritter weiterkommt. In der Realität ist das natürlich nicht mehr so. Und dabei sehen wir: Es ist gut möglich, dass der Dritte aus der Gruppe G gar nicht zu den acht Besten gehört. Um den Cut zu schaffen, braucht es aller Voraussicht nach drei Punkte. Falls Belgien gegen Neuseeland gewinnt und Ägypten gegen den Iran gewinnt, hätten die Iraner als Dritter nur zwei Punkte – und würden wohl ausscheiden.

Kommt es tatsächlich so, richtet sich unser Blick auf die Gruppe J. Und dann könnte der Nati-Sechzehntelfinal tatsächlich eine reizvolle Affiche bieten. Entweder kommt's zum Nachbarschaftsduell mit Österreich (wenn die Österreicher das letzte Gruppenspiel gegen Algerien verlieren), oder zum Duell mit Vladimir Petkovic. Der Ex-Nati-Trainer betreut mittlerweile Algerien. Es hätte etwas Reizvolles.

Und dann der Achtelfinal?
Wem das alles noch nicht genug Rechnereien sind, der darf natürlich auch noch ein bisschen weiter vorausblicken. In Richtung Achtelfinal. Dieser würde dann am Dienstag, 7. Juli, um 22 Uhr stattfinden. Und der Gegner?
Dieser wird ermittelt aus dem Sieger der Gruppe K, also Kolumbien oder Portugal. Und einem Gruppendritten - aller Voraussicht nach der Gruppe L, also Kroatien, Ghana oder England.



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