Fussball-WM

Eine Woche vor dem WM-Start: Unsere Gruppengegner im Fokus

Am 11. Juni startet die Fussball-Weltmeisterschaft. Zwei Tage später beginnt das Abenteuer auch für unsere Nati. Zeit, einen Blick auf die drei Gruppengegner zu werfen.

Katar - Der einzige Star steht an der Seitenlinie

Trainer der Nationalmannschaft Katars: Julen Lopetegui
Bild: Brian Lawless

Weil Katar als Austragungsland 2022 automatisch für die Weltmeisterschaft qualifiziert war, ist es in diesem Jahr die zweite Teilnahme an einer Endrunde. Anders als bei der Heim-WM musste Katar sein Ticket dieses Mal auf dem Platz lösen und schaffte erstmals in der Verbandsgeschichte die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft aus eigener Kraft.

Grossen Anteil an dieser WM-Teilnahme hat der bekannteste Name rund um die Kataris. Dieser steht aber nicht etwa auf dem Feld, sondern dirigiert an der Seitenlinie. Die Rede ist von Julen Lopetegui. Der 59-Jährige Spanier ist seit knapp einem Jahr Trainer Katars. Durch den Gewinn der Europa League 2020 mit Sevilla und weiteren Stationen bei Real Madrid, West Ham und der spanischen Nationalmannschaft weist er mehr internationale Erfahrung auf als der gesamte katarische Kader.

Nachdem die Nationalmannschaft des Golfstaats die ersten beiden Plätze in ihrer Qualifikationsgruppe verpasste, musste sie sich ihren Platz an der WM über einen Umweg sichern. In einer Dreiergruppe mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman gelang es Katar Mitte Oktober aber doch noch, das WM-Ticket zu lösen.

Obwohl die Nationalmannschaft Katars keine Stars in ihren Reihen hat, gibt es vor dem ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz eine schwerwiegende Absenz zu vermelden. Stürmer Almoez Ali, der in 119 Länderspielen 55 Tore erzielte, liess sich bei der 0:1-Testspiel-Niederlage gegen Irland zu einer Tätlichkeit hinreissen und fehlt zum WM-Auftakt.

Das letzte Freundschaftsspiel vor dem Turnierbeginn bestreitet Katar am Samstag in Los Angeles gegen El Salvador. Die Schweiz trifft am 13 .Juni in San Francisco im ersten Gruppenspiel auf Katar.

Bosnien-Herzegowina - Ehemaliger Schweizer Junior bangt um WM-Einsatz

Haris Tabakovic (rechts) feiert mit Edin Dzeko und Ermedin Demirovic den Ausgleich in den WM-Playoffs gegen Italien.
Bild: NIDAL SALJIC

Auf dramatische Art und Weise hat sich Bosnien das WM-Ticket erkämpft. Bereits der zweite Platz in der Qualifikationsgruppe hinter Österreich wurde als grosser Erfolg gefeiert. In den Playoffs setze man sich gegen Wales und den vierfachen Weltmeister Italien jeweils im Elfmeterschiessen durch und realisierte die zweite WM-Teilnahme nach 2014 in Brasilien.

Das Land mit nur rund drei Millionen Einwohnern erfreut sich einer Nationalmannschaft, welche mit herausragenden Fussballern bestückt ist. Sead Kolasinac von Atalanta Bergamo, Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart oder der 40-Jährige Schalke-Star Edin Dzeko sind hervorzuheben. Letzterer ist mit 73 Toren Rekord-Torschütze des Landes und dürfte daher trotz seines hohen Fussballer-Alters eine zentrale Rolle einnehmen.

Gegen Bosnien könnte es für die Schweiz ausserdem zum Duell mit Haris Tabakovic kommen. Der 31-Jährige war in der vergangenen Saison von der TSG Hoffenheim an die Borussia aus Mönchengladbach verliehen worden. Der in Grenchen geborene Stürmer bangt jedoch nach einer Fussverletzung, die er sich ausgerechnet im Spiel gegen seinen Stammverein Hoffenheim zuzog, trotz Aufgebot um einen Einsatz an der WM. Tabakovic spielte einst für die Schweizer U21-Nationalmannschaft, erhielt aber nie ein Aufgebot für das A-Nationalteam.

Beim 0:0 gegen Nordmazedonien im vorletzten Testspiel vor der WM stand Tabakovic seinem Trainer Sergej Barbarez nicht zur Verfügung. Ob er im letzten Test am Samstag in St. Louis gegen WM-Teilnehmer Panama Einsatzbereit ist, bleibt abzuwarten. Das Duell mit der Schweiz findet am 18. Juni in Los Angeles statt.

Kanada - Wettlauf gegen die Zeit für Alphonso Davies

Ganz Kanada hofft auf seinen Einsatz: Bayern-Star Alphonso Davies
Bild: Charlie Riedel

Als einer der drei Gastgeber ist Kanada automatisch für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Es ist für «Les Rouges» erst die dritte Teilnahme an einer WM-Endrunde nach 1986 in Mexiko und 2022 in Katar. Obwohl die Kanadier alle sechs bisherigen Spiele an einer Weltmeisterschaft verloren, ist es das erklärte Ziel, mit Hilfe des Heimvorteils die Gruppenphase zu überstehen.

Für dieses grosse Vorhaben sind die Kanadier auf die Dienste von Bayern-Star Alphonso Davies angewiesen. Für den pfeilschnellen Kapitän dürfte es aber zu einem Wettlauf gegen die Zeit werden. Nach einer Oberschenkelblessur mache Davies zwar Fortschritte, der Auftakt gegen Bosnien komme aber wohl noch zu früh, sagt Kanada-Trainer Jesse Marsch.

Die Kanadier sind seit sieben Länderspielen ungeschlagen und haben dabei nur zwei Gegentore kassiert, was für eine gefestigte und gut eingespielte Defensive spricht. Das letzte Testspiel vor der WM bestreitet Kanada am Samstag in Montreal gegen Irland.

Die Schweiz wird am 24. Juni in Vancouver auf Gastgeber Kanada treffen. Seit dem Transfer von Bayern-Legende Thomas Müller zu den Vancouver Whitecaps herrscht dort ein nie dagewesener Fussball-Hype. Eine fantastische Stimmung dürfte also im letzten Schweizer Gruppenspiel garantiert sein.

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