
Für Wendy Holdener ist ein Start in Are mit schönen Erinnerungen verbunden. 2019 gewann sie in Nordschweden an den Weltmeisterschaften zwei Goldmedaillen. Dass die 31-jährige Schwyzerin ihren 40. Podestplatz in einem Slalom-Weltcuprennen an diesem Ort holt, kommt daher nicht ganz zufällig. Selbst wenn sie auf schwierige Wochen zurückblickt mit einem 4. Rang im Olympia-Slalom, der für sie einem Hammer gleichkam und eine Motivationskrise auslöste.
Wären da nicht der Trip zu Bruder Steve nach Hongkong inklusive Gotti-Pflichten bei dessen neugeborener Tochter sowie ein mehrtägiger Trainingsabstecher ins heimische Hoch-Ybrig als willkommene Abwechslung in ihren Alltag dazugekommen, man hätte wohl kaum mehr auf Wendy Holdener setzen müssen.

So aber zeigte sie sich beim ersten Slalom nach Olympia wieder von ihrer besten Seite und feierte als Dritte den zweiten Podestplatz der Saison und wie erwähnt den 40. in ihrer Karriere. Einziger Wermutstropfen in dieser Bilanz bleibt, dass sich darunter nur zwei Siege befinden.
Das hat viel mit jener Frau zu tun, die auch in Are wieder vom obersten Podest winkte. Für die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin war es Sieg Nummer 72 im Slalom und bereits Erfolg Nummer 109 im Weltcup.
Trotz dieser Traumbilanz muss sich Shiffrin aktuell zur Decke strecken, um in zehn Tagen definitiv zum sechsten Mal die grosse Kristallkugel als Gewinnerin des Gesamtweltcups einzuheimsen. Das liegt am deutschen Multitalent Emma Aicher. Die 22-Jährige ist aktuell geschlechterübergreifend die einzige Vertreterin in der Weltspitze, die alle vier Disziplinen bestreitet – mit Podestplätzen in dieser Saison in Abfahrt, Super-G und Slalom.
Auch in Are sorgte sie als Zweite dafür, dass ihr Rückstand auf Shiffrin von 140 Punkten in den letzten vier Rennen anlässlich des Weltcupfinals in Norwegen aufholbar bleibt. Ein Zeichen setzte die Deutsche vor allem auch am Samstag als Vierte im Riesenslalom – einen Platz vor ihrer amerikanischen Konkurrentin. Es ist das klar beste Karriere-Resultat der Deutschen in dieser Disziplin.
Nicht nach Wunsch verlief das Wochenende hingegen für die beste Schweizer Technikerin Camille Rast. Die 26-jährige Walliserin schied nach Halbzeit-Führung im Riesenslalom aus und musste den Disziplinensieg in der Saisonwertung Julia Scheib überlassen. Scheib sicherte Österreich die erste Riesenslalom-Kugel seit zehn Jahren.
Und die Aufgabe im Slalom entsprach schlicht nicht den Fähigkeiten von Rast. Anstatt im steilen Gelände auf eisiger Piste fuhren die besten Slalomfahrerinnen der Welt bei Plusgraden auf einem wenig fordernden Hang im weichen Frühlingsschnee. Die fünffache Slalom-Podestfahrerin des Winters beendete das Rennen auf Platz 10.
Slalom Frauen: 1. Shiffrin (USA) 1:43,35. 2. Aicher (GER) +0,94. 3. Holdener (SUI) +1,00. 4. Truppe (AUT) +1,09. 5. Moltzan (USA) +1,83. – Ferner die weiteren Schweizerinnen: 10. Rast +2,29. 16. Meillard +2,63. 27. Christen +4,82.
Riesenslalom Frauen: 1. Scheib (AUT) 2:22,41. 2. Moltzan (USA) +0,36. 3. Robinson (NZL) +0,75. 4. Aicher (GER) +1,74. 5. Shiffrin (USA) +2,22. – Ferner die Schweizerinnen: 16. Kasper +3,59. 17. Grob +3,60. 19. Holdener +3,79. 24. Allenbach +4,47. 27. Piller 6,21.
Riesenslalom Frauen: 1. Scheib (AUT) 2:22,41. 2. Moltzan (USA) +0,36. 3. Robinson (NZL) +0,75. 4. Aicher (GER) +1,74. 5. Shiffrin (USA) +2,22. – Ferner die Schweizerinnen: 16. Kasper +3,59. 17. Grob +3,60. 19. Holdener +3,79. 24. Allenbach +4,47. 27. Piller 6,21.

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