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FC Basel

Die ersten Worte von FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner: «Die Herausforderung ist enorm – aber ich bin bereit»

Einen Tag nach dem 4:3-Sieg gegen den FC Zürich hat der FC Basel Trainer Ludovic Magnin entlassen. Es übernimmt Stephan Lichtsteiner, der erstmals eine Profimannschaft trainiert und einen Vertrag bis 2029 erhält. An einer Pressekonferenz äusserte sich Lichtsteiner erstmals.

Stephan Lichtsteiner, Trainer des FC Basel:

Über die Möglichkeit, beim FC Basel Trainer zu sein:

«Die Herausforderung ist enorm, vor allem mit den wichtigen Spielen, die anstehen und der Tatsache, dass nur wenig Zeit für die Vorbereitung verbleibt. Das wusste ich aber. Ich bin zur Entscheidung gekommen, dass ich das packen kann. Wir haben ein längerfristiges Projekt geplant. Deshalb wusste ich schnell, dass ich das machen will. Es ist eine grosse Chance für mich. Die Herausforderung ist enorm, aber das ist immer so. Und ich fühle mich bereit.»

Stephan Lichtsteiner: «Die Herausforderung ist enorm, aber das ist immer so. Und ich fühle mich bereit.»
Bild: Keystone

Über den Austausch mit dem FC Basel

«Der FC Basel und ich stehen schon länger im Kontakt, auch da ich ja bereits im Nachwuchs des FCB gearbeitet habe. Dann kam die Idee, dass ich eventuell die U21 übernehmen würde. Wir haben auch darüber gesprochen, längerfristig über die U21 hinaus zu arbeiten. Jetzt hat sich die Situation ergeben. Diese Chance will ich packen.»

Über seinen Charakter und seine ersten Tage als FCB-Trainer

«Es braucht Überzeugung, einen klaren Weg und Ideen. Das habe ich. Ich will einen Fussball spielen lassen, der nach Basel und zu den Spielern passt. Mutig muss man immer sein. Aber vor allem man muss überzeugt sein. Und diese Überzeugung habe ich.»

«Ich werde daran arbeiten, dass wir die anstehenden Spiele gut angehen und dass die Mannschaft bestmöglich vorbereitet ist. Das ist meine Aufgabe. Die Mannschaft braucht Optionen, um die Gegner in Schwierigkeiten zu bringen. Sie müssen wissen, wo es Räume gibt, wo der Gegner angreift und wo wir Chancen kreieren wollen. Das ist meine Hauptaufgabe in den ersten Tagen. Dann geht es aber auch darum, die Spieler weiterzuentwickeln, damit man dann auch meinen Fussball seht. Wir haben eine grosse Qualität im Kader, um das umzusetzen.»

«Auf genaue Details meines Fussballs möchte ich nicht eingehen. Aber hier muss man gewinnen. Deshalb müssen wir einen dominanten Fussball spielen.»

Daniel Stucki, Sportdirektor des FC Basel

Über die aktuelle Ausgangslage

«Wir müssen direkt Leistung zeigen. Es stehen entscheidende Spiele auf dem Programm. Lichtsteiner hat wenig Zeit zur Umsetzung seiner Ideen. Doch wir in der Sportkommission wollen nachhaltig einen Trainer haben und nicht nur über ein paar Monate. Sondern über Jahre. Lichtsteiner hat das Potenzial und deshalb sind wir überzeugt. Auch wenn der Druck und die aktuelle Situation herausfordernd sind.»

Über den Austausch mit Lichtsteiner

«Wir waren bereits länger im Austausch. Angedacht war, dass Lichtsteiner im Sommer die U21 übernehmen würde. Und dass er dann nach dem Vertragsende von Magnin vielleicht auch die erste Mannschaft übernehmen kann. Aufgrund der aktuellen Situation war er ein Kandidat, ohne den Umweg über die U21 zu machen. Wir haben aber auch diverse andere Kandidaten geprüft.»

Über den Umstand, dass Lichtsteiner noch wenig Trainererfahrung hat

«Es gibt diverse Trainer im Ausland, die zeigen, dass man auch ohne grosse Erfahrung Erfolge feiern kann. Pep Guardiola ist vom Nachwuchs direkt bei Barcelona eingestiegen. Auch bei Vincent Kompany hat es geklappt. Aber es gibt auch negative Beispiele. Jedoch gibt es auch erfahrene Trainer, die gescheitert sind. Wir durften Lichtsteiner bei uns ausbilden. Da ist es eine tolle Möglichkeit, dass er jetzt mit seiner Winner-Mentalität sein Können als Trainer der ersten Mannschaft zeigen kann. Wir vertrauen darauf und geben alles, dass das Projekt klappt.»

Über den neuen Assistenztrainer Pascal Bader

«Wir sind mit dem Staff sehr zufrieden. Mit Pascal Bader darf Lichtsteiner eine Vertrauensperson mitnehmen. Das hat Ludovic Magnin vielleicht gefehlt. Wir wollen aber nicht viel verändern, die Grundsätze unserer Arbeit sind gut. Aber Lichtsteiner soll jemanden an seiner Seite haben, der weiss, wie er funktioniert. In der neuen Saison werden wir uns dann neu ausrichten und schauen, was es braucht.»

Über Fehler, die gemacht wurden

«Wenn man einen Trainer entlässt, hat nicht nur der Trainer Fehler gemacht, das ist klar. Im Nachhinein wäre es wichtig gewesen, dass auch Magnin jemanden im Team gehabt hätte, der seine Gedanken versteht und nicht einfach in ein gemachtes Team kommt, das seine Abläufe hat. Ich habe ihn aber bis am Schluss immer unterstützt. Gewisse Spieler sind auch nicht an das Leistungsniveau von letzter Saison herangekommen, zudem sind Transfers nicht so eingeschlagen wie gewünscht. Aus der gemachten Erfahrung haben wir den Schluss gezogen, dass Lichtsteiner mit Pascal Bader eine Vertrauensperson mitnehmen kann.»

Weshalb Magnin gehen musste

«Wir hatten zuletzt eine intensive Phase. Die letzten Spiele waren nicht gut. Nicht unbedingt resultatmässig, sondern die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. Die Entwicklung der Spieler hat stagniert. Aber wir wollten Magnin unterstützen und eine gemeinsame Wintervorbereitung durchführen. Wir wollten einen Aufwärtstrend sehen. Diesen sahen wir füfn Minuten gegen Sion, doch dann stagnierte es bereits wieder. Das genügte unseren Ansprüchen nicht. Und die erste Halbzeit gegen Salzburg war nochmals ein klarer Rückschritt. Deshalb kamen wir zum Schluss, dass wir trotz Klassiker-Sieg neue Energie brauchen.

Über die Eigenschaften von Lichtsteiner

«Lichtsteiner ist nach seiner Profikarriere bei uns im Nachwuchs sehr wissbegierig gewesen. Er hat sich auf die Herausforderung eingelassen und wollte lernen. Das ist eine grosse Eigenschaft. Er ist sehr akribisch und detailbesessen. Ihm ist lieber, etwas mehr zu machen. Er ist sehr professionell. Das Gesamtpaket ist sehr interessant für uns.»

Über seine eigene Rolle und seine Zukunft beim FC Basel

«Ich wurde in einem Podcast mal als Königstransfer bezeichnet. Das konnte ich schon immer gut relativieren, denn es arbeiten viele Leute im Hintergrund. Natürlich bin ich ein Gesicht des Vereins. Deshalb muss ich auch hinhalten, wenn es schlecht läuft. Das ist jetzt der Fall, gehört aber zu meinen Beruf. Ich bleibe aber positiv. Ich treffe die Entscheidungen für den Club und nicht für mich selbst.»

«Ich habe jeden Tag Energie und solange ich die habe, mache ich das gerne beim FC Basel. Ich beschäftige mich nicht mit der Zukunft und plane nicht mittel- oder langfristig. Ich gebe Vollgas, um die Ziele in dieser Saison zu erreichen. Mit anderen Eventualitäten beschäftige ich mich nicht.»

Zuletzt war Stephan Lichtsteiner Trainer des FC Wettswil-Bonstetten, Club der vierthöchsten Liga.
Bild: Christian Merz

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