
Die Leichtathletik wollte zum Saisonabschluss noch einmal Spektakel – und bekam einiges davon. Bei der Premiere der Ultimate Championship in Budapest kämpften die Besten der Welt um ungewöhnlich viel Preisgeld. Mittendrin waren auch einige Schweizer Athletinnen und Athleten. Die Geschichten des Wochenendes.
Sie lässt alle stehen
Audrey Werro hat in diesem Sommer eigentlich schon alles gewonnen. Nun kommt auch noch der Sieg an der Ultimate Championship hinzu. Und was für einer: Die 22-jährige Freiburgerin setzt sich über 800 m in 1:55,88 Minuten vor Olympiasiegerin Keely Hodgkinson durch. Werro übernimmt früh die Spitze und gibt sie nicht mehr her. Es ist Werros zehnter Sieg in Serie über 800 m und der passende Abschluss einer Saison, in der sie im Freien ungeschlagen bleibt. Europameisterin, Diamond-League-Siegerin, Ultimate Champion – und längst rückt sogar der Weltrekord von Jarmila Kratochvilova ins Blickfeld. Mit ihren 1:53,70 Minuten aus Zürich fehlen Werro noch 42 Hundertstel.
Hoenkes spektakulärer Final
Fabienne Hoenke schafft es bei der Ultimate Championship bis in den Final über 200 m. Dort wird die 22-Jährige in 22,74 Sekunden Achte. Ganz vorne läuft Melissa Jefferson-Wooden in einer anderen Liga: Die Amerikanerin gewinnt in 21,47 Sekunden und wird damit zur drittschnellsten Frau der Geschichte. Hoenke erlebt so aus nächster Nähe einen der schnellsten 200-m-Läufe überhaupt – und beschliesst ihre starke Saison inmitten der Weltelite.

Zwei Arten dritter Plätze
Simon Ehammer und Angelica Moser bescheren der Schweiz zwei weitere Podestplätze. Viel mehr Gemeinsamkeiten haben ihre Wettkämpfe nicht. Ehammer bringt im Weitsprung gerade einmal einen gültigen Versuch zustande. Seine 8,07 m reichen trotzdem für Platz drei hinter Olympiasieger Miltiadis Tentoglou (8,35). Der Appenzeller ist danach bedient und bezeichnet sowohl seine Leistung als auch die Organisation als «bescheiden».

Moser dürfte zufriedener abreisen. Sie überquert 4,85 m im ersten Versuch und scheitert danach dreimal am Schweizer Rekord von 4,90 m. Das Podest ist für die Europameisterin fast schon Routine geworden: In diesem Sommer landete sie auch in der Diamond League siebenmal unter den ersten drei.
Joseph ist einmal zu früh
Es ist das kürzeste Schweizer Gastspiel in einem Final: Jason Joseph startet über 110 m Hürden zu früh und wird disqualifiziert. Ausgerechnet der Start. Im Halbfinal hatte der Baselbieter dort Zeit verloren und sich erst dank einer starken zweiten Rennhälfte in 13,26 Sekunden für die Entscheidung qualifiziert. Im Final will Joseph mehr riskieren. Zu viel, wie sich herausstellt. «Volles Risiko» sei der Plan gewesen, sagt er danach. Während der Amerikaner Ja'Kobe Tharp in 12,94 Sekunden gewinnt, bleibt Joseph nur der Ärger über einen Final, der für ihn endet, bevor er überhaupt begonnen hat.
Von der Weltspitze abgehängt
Timothé Mumenthaler bekommt über 200 m vor Augen geführt, wie hoch die internationale Messlatte liegt. Der Genfer kann im Halbfinal zunächst mithalten, auf der zweiten Streckenhälfte ziehen die Besten aber deutlich davon. In 20,61 Sekunden wird Mumenthaler Siebter, 45 Hundertstel fehlen ihm auf den vierten und letzten Finalplatz.
Sieg ja, Weltrekord nein
Armand Duplantis überspringt 6,20 m und gewinnt den Stabhochsprung. Das ist bei ihm inzwischen der unspektakuläre Teil. Danach lässt der Schwede 6,32 m auflegen. Weltrekord, schon wieder. Einen Zentimeter höher als die 6,31 m, die er im März gesprungen ist. Dreimal läuft Duplantis an, dreimal fällt die Latte. So produziert der beste Stabhochspringer der Geschichte eine doch ziemlich eigenartige Schlagzeile: Duplantis gewinnt – und scheitert trotzdem.




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