Bei bestem Fussballwetter duellierten sich am Samstagnachmittag die beiden Spitzenteams FC Luzern und GC in der U20-Kategorie der Frauen. In einem emotionalen Kräftemessen trennten sich die Teams 2:2. Weil die Equipe von YB siegte, überholten die Bernerinnnen die Konkurrenz aus Luzern (2.) und Zürich (3.).
Doch das sportliche Geschehen auf dem Kunstrasenplatz auf der Luzerner Allmend bleibt nur eine Randnotiz. Dies aufgrund eines Ereignisses in der 88. Minute. Was ist passiert? Gemäss Augenzeugen wurde eine GC-Spielerin von einem FCL-Staffmitglied rassistisch beleidigt. Auf einem Video ist zu hören, wie der GC-Trainer völlig entrüstet reagiert. «Schiri, das geht gar nicht! Unterbrich das Spiel!» Anschliessend kam es zu hitzigen Wortgefechten. Auf Intervention des GC-Trainers unterbrach der Schiedsrichter das Spiel. Der Trainer der Zürcherinnen schilderte dem Unparteiischen, was ihn derart in Rage versetzt hat.
Zielscheibe der rassistischen Äusserung war die 17-jährige Angola-Schweizerin Deborah Nyota Kabela. Sie musste nach dem Spiel von Teamkolleginnen getröstet werden, wie auf dem Video zu sehen ist. Gegenüber «20 Minuten» äusserte sie sich zum Vorfall: «In dem Moment habe ich es zwar wahrgenommen, aber nicht sofort realisiert, was genau gesagt wurde. Erst als meine Gegenspielerin zu mir meinte, ich solle es nicht persönlich nehmen, wurde mir bewusst, was gesagt wurde. Ich bin richtig wütend.» Und auf Instagram schrieb sie: «Football should unite, not divide. Racism still exists and that’s exactly why we must speak up. No to Racism in Swiss Football.»
Und was sagt der FC Luzern zum Vorfall? In einer schriftlichen Stellungnahme äussert sich der Klub gegenüber unserer Zeitung wie folgt: «Der FC Luzern hat am Ostersonntag Kenntnis davon erhalten, dass es anlässlich eines U20-Meisterschaftsspiels der FCL-Juniorinnen zu einem Vorfall gekommen ist, bei dem ein FCL-Funktionär gegen die klaren Werte des FC Luzern in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung verstossen hat. Die sorgfältige, lückenlose und konsequente Aufarbeitung dieses Vorfalls hat für uns höchste Priorität und wurde umgehend eingeleitet.» Und weiter: «Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben beim FC Luzern keinen Platz. Wir verurteilen entsprechendes Verhalten klar und distanzieren uns entschieden davon.»
Laut FCL sei man mit den Verantwortlichen von GC am Montagmorgen in Kontakt getreten. «Wir haben uns für den Vorfall entschuldigt und unsere Nulltoleranz-Haltung bekräftigt. Mit den betroffenen Personen werden wir direkt und persönlich Kontakt aufnehmen.» Weitere Informationen waren nicht in Erfahrung zu bringen. Der Klub schreibt: «Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter dazu äussern und die interne Aufarbeitung zunächst abschliessen.» (pz)



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