notifications
Fussball

Der Hoppers-Horror: Übergriff-Vorwürfe bei den GC-Frauen, Männer blamieren sich

Der Abstieg der Männer geht trotz Trainerwechsel nahtlos weiter, in der Frauen-Abteilung werden Übergriff-Vorwürfe gegen prominente Funktionäre laut.

«Wir haben ganz gut ins Spiel gefunden», findet der neue GC-Trainer Gernot Messner nach seinem Debüt. Der Haken daran: Sein Team hat sich soeben auf eine erbärmliche Art und Weise von Servette vorführen lassen. 0:4 nach 18 Minuten, 0:5 beim Schlusspfiff.

Nicht nur Messners Spielanalyse, auch seine Personal- und Systemwahl wirft grosse Fragen auf. Kurz: Die GC-Profis haben nicht nur ihre Arbeit verweigert, sondern wurden von ihrem neuen Chef zudem völlig falsch ein- und aufgestellt.

Gernot Messner erlebt einen kapitalen Fehlstart als GC-Cheftrainer.
Bild: Zamir Loshi

Dabei sollte die Entlassung von Gerald Scheiblehner im Abstiegskampf wachrütteln. Der Österreicher, so Sportchef Alain Sutter vor einer Woche, habe nichts falsch gemacht, habe vielmehr hervorragende Arbeit geleistet, aber es brauche jetzt diese Massnahme. Eine schon damals merkwürdige Argumentation, die nach dem Debakel am Genfersee noch mehr Fragezeichen aufwirft.

So schlecht wie im ersten Spiel nach ihm war GC mit Scheiblehner jedenfalls nie. In dieser Verfassung muss der Rekordmeister froh sein, wenn er Ende Saison nicht direkt absteigt, sondern in der Barrage eine zweite Chance erhält. Ein Desaster, das die Handschrift von Alain Sutter trägt. Vor einem Jahr als Hoffnungsträger geholt und ausgestattet mit der Macht eines Alleinherrschers, der Familienmitglieder und Freunde einstellt. Gebracht hats nichts. GC, mit 27 Titeln immer noch amtierender Rekordmeister, ist heute noch schlechter und noch unbedeutender als vor Sutters Amtsantritt.

GC-Frauen: Sind Erich Vogel und Heinz Spross zu weit gegangen?

Sportlich deutlich besser als den Männern läufts der GC-Frauenabteilung, aber auch sie gerät am Wochenende in schiefes Licht. Der «Sonntagsblick» berichtet, gestützt auf Aussagen mehrerer direktbeteiligter Personen, von übergriffigem Verhalten zweier prominenter Funktionäre: Erich Vogel und Heinz Spross.

Erich Vogel war jahrelang Manager bei mehreren Schweizer Fussballklubs.
Bild: Karin Hofer

Beide haben vor Jahren mehr oder weniger freiwillig den Rückzug bei den GC-Männern angetreten und engagieren sich seither bei den Frauen. Vogel in der Sportkommission, Spross als Präsident und Mäzen. Nun schreibt der «SoBli», dass der 87-jährige Vogel im Trainingslager gemeinsamen mit Spielerinnen im Meer gebadet und einige von ihnen für Vertragsgespräche zu sich nach Hause eingeladen habe. Statt dafür die Geschäftsstelle zu benutzen.

Spross (78) soll im Februar im Trainingslager vor versammeltem Frauenteam in Bezug auf eine liegengebliebene Hotelkarte gefragt haben, ob dies von der betreffenden Spielerin als Einladung auf das Zimmer zu verstehen sei.

Weiter heisst es im Bericht, der Nachwuchs-Chef der GC-Frauen sei einst beim Zürcher Stadtrivalen FC Zürich rausgeflogen, weil er sich sexistisch und obszön gegenüber einer Angestellten geäussert haben soll. Und am Generalsekretär der GC-Frauenabteilung haftet nun der Vorwurf von anonymen Quellen, Wohnungen der Spielerinnen während derer Abwesenheit betreten zu haben.

Erich Vogel kümmert sich bei GC seit einigen Jahren um Frauen- statt wie früher um den Männer-Fussball.
Bild: Andy Mueller

Am Sonntag meldet die Geschäftsstelle der GC-Frauen, eine externe Untersuchung in Auftrag geben zu wollen und die Vorwürfe zur Aufklärung an die Meldestelle «Swiss Sports Integrity» weiterzuleiten. Zitat: «Neben der lückenlosen Aufklärung ist wichtig, dass bis dahin keine Vorverurteilungen gemacht werden. Bis zum Abschluss der Untersuchung gilt die Unschuldsvermutung.»

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)