Der Nachtslalom von Madonna di Campiglio machte seinem Ruf als Rennen mit knappen Zeitabständen alle Ehre. Schon im 1. Lauf: Bei Halbzeit befanden sich die zehn schnellsten Fahrer innerhalb von gerade mal 63 Hundertsteln. Erst Victor Muffat-Jeandet auf Rang 19 hat eine Sekunde oder mehr Rückstand auf den Halbzeitführenden Eduard Hallberg. Der Finne, einer der Aufsteiger in dieser Saison, fuhr mit Startnummer 21 ganz nach vorne und verdrängte den Schweizer Tanguy Nef vom zwischenzeitlichen Leaderthron. Nefs Exploit - einer mit Ansage: «In der Saisonvorbereitung lag der Fokus darauf, im Januar in Topform zu sein.»
Zwei überraschende Namen bei Renn-Halbzeit an der Spitze – damit hätte nach der ersten Phase des Rennens kaum jemand gerechnet: Je drei Franzosen und Norweger besetzten zwischenzeitlich die Ränge 1 bis 6, ein Abbild des bisherigen Saisonverlaufs im Slalom.
Der Schweizer Topshot Loïc Meillard zeigte zwar einen respektablen und schön anzuschauenden 1. Lauf, musste aber konstatieren: «Ich bin zu kontrolliert an die Sache herangegangen. Das funktioniert hier in Madonna nicht.» Dabei müsste es Meillard, der hier schon aufs Podest fuhr, eigentlich besser wissen: Auf der mit mehreren wellenartigen Übergängen gespickten Piste wird seither das angriffige Fahren belohnt.
2. Lauf verläuft aus Schweizer Sicht enttäuschend
Die Ausgangslage für den 2. Lauf konnte wegen der geringen Zeitabstände spannender kaum sein. Aus Schweizer Sicht begann dieser mit dem Ausscheiden von Marc Rochat indes schlecht. Ihm gleich tat es Daniel Yule, der dreifache Madonna-Sieger, der partout nicht aus seiner Formkrise kommt.
Von Zwischenrang 18 stürzte sich mit Meillard der zweitletzte Schweizer aus dem Starthaus. Am Ende seiner Fahrt leuchtete die Anzeige zwar grün, der Vorsprung aber liess erahnen, dass an diesem Abend kein weiteres Topresultat für den Neuenburger hinzukommen dürfte - oder?
Vor den letzten sieben Fahrern lag Meillard immer noch auf Rang 6. Dank Wettkampfglück im Hundertstelkrimi und überdurchschnittlich vielen Ausfällen. Am Ende landete Meillard auf Rang 11.

Alle Schweizer Augen also auf Tanguy Nef: Veredelt er die ideale Ausgangslage und fährt erstmals in seiner Karriere aufs Podest? Nein, er muss weiter warten - stattdessen erfolgte im Final der Absturz auf Rang 10.
Besser machte es der Halbzeitführende Hallberg: Rang 2. Gegen den bärenstarken zweiten Lauf des Franzosen und Madonna-Siegerdebütanten Clément Noël fand aber auch der finnische Aufsteiger kein Mittel.


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