
Zun dritten Mal in Folge, zum fünften Mal insgesamt heisst der Sieger der Tour de France Tadej Pogacar. Der Slowene steht jetzt in einer Reihe mit Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain. Mit seinen fünf Etappensiegen schraubt er sein Total auf 25. Vor ihm liegen hier nur noch der Brite Mark Cavendish (35), Merckx (34) und Hinault (28).
Siege ist man sich von Pogacar längst gewohnt, doch so spielerisch, so dominant, so überlegen war auch er bei der Frankreich-Rundfahrt noch nie. 06:26 Minuten beträgt sein Vorsprung im Gesamtklassement auf den Belgier Remco Evenepoel, 09:42 Minuten auf seinen Helfer Isaac Del Toro.
Während drei Wochen spielte Pogacar mit seinen Gegner Katz und Maus. Er gewann, wann und wie er wollte, etwas die Etappe über den Col du Tourmalet, oder auf der legendären Alpe d'Huez, wo er den Zeitrekord von Marco Pantani aus der Epo-Ära um über anderthalb Minuten unterbot. Und dazwischen betätigte er sich als gönnerhafter Helfer für Del Toro. Etwa, als er diesem auf der zweiten Etappe in Barcelona den Sieg überliess. Oder etwa, als er sich in der Königsetappe als Domestik für den Mexikaner aufoperte, um dessen Podestplatz abzusichern, notabene im Maillot Jaune.
Dass sein langjähriger Rivale und Giro-Sieger Jonas Vingegaard, mit dem er seit 2020 immer die ersten beiden Plätze belegt hatte, nach einem Sturz in der 15. Etappe und einem Schlüsselbeinbruch hatte aufgeben müssen, spielte Pogacar zwar in die Karten. Doch schon da hatte er 4:30 Minuten Vorsprung auf den Dänen herausgefahren. In Schwierigkeiten kam er nie.

Paul Seixas verpasst Podest
Aufhorchen liess nur, dass sowohl Pogacar als auch Vingegaard im Verlauf der Tour de France Mitten in der Nacht Besuch von Dopinkontrolleuren erhielten. Der Verdacht: Einsatz von Wachstumshormonen in Mikrodosen.
Die Erwartungen mehr als erfüllt hat Paul Seixas. Zwar konnte auch er nicht verhindern, dass Frankreich erst zum dritten Mal nach 1926 und 1999 ohne Etappensieg blieb. Doch der mit 19 Jahren jüngste Starter seit 1936 gab in seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt als Vierter eine Kostprobe seines Talents ab und bestätigte, weshalb er auf dem Markt so begehrt ist.

Mauro Schmid erlöst die Schweiz
Gleiches gilt Mauro Schmid, der für den ersten Schweizer Etappensieg seit knapp sechs Jahren (Marc Hirschi) sorgte und zweimal Zweiter wurde. In wenigen Tagen dürfte der Wechsel des 26-Jährigen zum Schweizer Team Pinarello Q36.5 bekanntwerden. Mit dem Jurassier Yannis Voisard konnte ein zweiter Schweizer überzeugen. Der Tudor-Fahrer wurde Gesamtelfter.
Überstrahlt wurde alles von Pogacar. Obwohl er im September erst 28 wird, drohen ihm die Ziele auszugehen. Abgesehen von Paris-Roubaix, wo er zuletzt zweimal Zweiter wurde, hat er jedes der fünf Monumente des Radsports gewonnen, er ist zweifacher Weltmeister, hat fünfmal die Tour de France und im vergangenen Jahr den Giro d'Italia gewonnen. Was ihm noch fehlt, sind Olympiagold und der Sieg bei der Vuelta a España.

Van der Poel gewinnt Schlussetappe
Diese beginnt beginnt in weniger als einem Monat (22. August) in seiner Wahlheimat Monte Carlo. Fürst Albert hatte jüngst angetönt, Pogacar stehe erstmals seit 2020 bei der Rundfahrt am Start. Damals hatte der Slowene seine erste Grand Tour überhaupt auf dem dritten Rang beendet. Noch ist allerdings offen, ob Radkönig Pogacar dem fürstlichen Wunsch entspricht.
Auch auf der wegen Waldbränden in Frankreich von 133 auf 89 Kilometer verkürzten Schlussetappe mit Ziel auf den Pariser Champs-Élysées fuhr Pogacar um den Sieg, griff zweimal beim Aufstieg zum Montmartre an. Doch am Ende setzte sich der Niederländer Mathieu van der Poel durch, vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen und dem Dänen Mads Pedersen.



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