Diesen Sieg wollte Tadej Pogacar unbedingt, nun hat er ihn. Knapp zwölf Kilometer vor dem Ziel erhöhte der Slowene beim Schlussanstieg auf die legendäre Alpe d'Huez das Tempo und keiner seiner Kontrahenten konnte oder wollte reagieren. Was folgte, war eine Triumphfahrt durch frenetisch feiernde Menschenmassen am Streckenrand, bei der er einen nach dem anderen aus der einst 41 Fahrer umfassenden Spitzengruppe überholte.
21 Haarnadelkurven, 13 Prozent maximale Steigung, 1133 Höhenmeter auf 13,3 Kilometern ab dem Talort Bourg d'Oisans müssen beim mystischen Anstieg bewältigt werden. Gewonnen haben hier die Grössten: 1951 bei der Premiere der Italiener Fausto Coppi, Bernard Hinault, zweimal Marco Pantani und Lance Armstrong, 1982 mit Beat Breu auch ein Schweizer.
Erst zweiter Sieger im Maillot Jaune
1,8 Kilometer vor dem Ziel holte Pogacar mit Lenny Martinez und Richard Carapaz die beiden letzten Ausreisser ein, die den Anstieg mit etwas mehr als 3:20 Minuten Vorsprung in Angriff genommen hatten. Erst auf dem letzten Kilometer konnte Pogacar die beiden abschütteln. Es ist sein 26. Etappensieg bei der Tour de France, der fünfte in diesem Jahr. Es ist ein historischer Erfolg. Vor ihm hatte mit dem Briten Geraint Thomas 2018 erst ein Fahrer im Maillot Jaune eine Etappe auf der Alpe d'Huez gewonnen.
Obwohl er fast zweieinhalb Minuten auf Pogacar verlor, zementierte der Belgier Remco Evenepoel als Sechster der Etappe seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung, wo sein Rückstand bereits 7:11 Minuten beträgt. Es bestehen kaum Zweifel, dass Pogacar Paris am Sonntag zum fünften Mal als Sieger erreichet und mit den bisherigen Rekordsiegern Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleichziehen.
Voisard fährt auf 13. Rang
Achtbar hielt sich Yannis Voisard, der auf den 13. Rang fuhr. Dennoch dürfte der Jurassier, der die Tour de France erstmals bestreitet, einen Platz in den ersten Zehn des Gesamtklassements verpassen. Als Elfter liegt er fast sieben Minuten hinter dem Zehntplatzierten Franzosen Jordan Jegat.
Am Samstag wartet die Königsetappe der Tour. Über den Col de la Croix de Fer, den Col du Télégraphe und den Col du Galibier, den höchsten Punkt der diesjährigen Rundfahrt (2631 über Meer), geht es erneut nach Alpe d'Huez – diesmal allerdings über den Col de Sarenne. Vieles spricht dafür, dass auch diese Etappe an Tadej Pogacar geht. Den König des Radsports.






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