Am Donnerstag herrschte noch einigermassen Konsternation bei den Organisatoren der Swiss Indoors, als sie vernehmen mussten, dass Carlos Alcaraz in der letzten Oktober-Woche statt in Basel in Wien aufschlagen wird. Am Freitag hat sich die Stimmung ins Gegenteil gekehrt: Das grösste Tennisturnier der Schweiz darf sich auf Novak Djokovic freuen.
Wie die «Basler Zeitung» und «Blick» melden, hat die Indoors eine kurzfristige Anfrage des Djokovic-Managements um eine Wildcard erreicht. «Wenn der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte anklopft, muss man es möglich machen», wird Turnierchef Roger Brennwald zitiert.
Für die Indoors ist das eine Woche vor dem Turnierstart ein Coup, wie er den Organisatoren schon länger nicht mehr gelungen ist - oder nun in den Schoss fällt. Seit Jahren läuft das gleichzeitig in Wien laufende ATP-Turnier den Baslern den Rang ab mit den ganz grossen Namen. Die wiederum haben auf die Next-Gen gesetzt, und mit aufgehenden Stars die St. Jakobshalle gut gefüllt.
Alcaraz foutiert sich um Versprechen
Dennoch waren die Hoffnungen nicht gering gewesen, Alcaraz und damit die Nummer 3 der Weltrangliste am Rheinknie begrüssen zu dürfen. Nach der verletzungsbedingten Absage von Jannik Sinner, der die Nummer 1 der Weltrangliste an Alexander Zverev verlieren wird, sicherten sich die Wiener den Auftritt von Alcaraz. Und das, obwohl die Basler an ein Gentlemen's Agreement mit dem Spanier glaubten.
Vor vier Jahren schlug Alcaraz in der St. Jakobshalle auf, und vor einem Jahr erzählte Brennwald: «Alcaraz hat mir versichert: Sollte er jemals wieder in der entsprechenden Turnierwoche spielen, dann in Basel.»
«Djokovic setzt Indoors die Krone auf»
Djokovic ist mehr als ein Trost für Brennwald und die Indoors. Mit Ben Shelton (USA, ATP-Nummer 4), Félix Auger-Aliassime (Kanada, 5) und Arthur Fils (Frankreich, 9) sind drei Top-10-Spieler eingeschrieben, und dazu gesellt sich in Rafael Jódar (Spanien, 13) ein Shooting-Star. Und Djokovic setzt nun dem mit 2,6 Millionen Euro dotierten Turnier «die Krone auf», wie die Veranstalter schreiben.
Allein der Name und die Aura des 39-jährigen Serben werden den Ticketverkauf noch einmal anheizen. Zuletzt war Djokovic 2011 in Basel und unterlag im Halbfinale Kei Nishikori. Im Jahr zuvor unterlag er im Endspiel in drei Sätzen (4:6, 6:2, 1:6) Roger Federer. 2009, bei Djokovics Premiere in Basel, lautete die Finalpaarung gleich mit dem besseren Ende für Djokovic (6:4, 4:6, 6:2).
Basel darf sich auf motivierten Djokovic freuen
15 Jahre zurück liegt Djokovics letzter Auftritt in Basel, und in dieser Zeit hat er sich zum erfolgreichsten Tennisspieler der Geschichte aufgeschwungen und mit 24 Grand-Slam-Titeln auch Federer (20) hinter sich gelassen. Dieser Federer hält mit 103 ATP-Titeln noch immer den Rekord an Turniersiegen – Djokovic steht seit Monatsbeginn und dem Sieg in Peking bei 102 und könnte mit Federer also ausgerechnet bei dessen Heimturnier gleichziehen.
Das Publikum in Basel kann sich in der Woche vom 26. Oktober an in jedem Fall auf einen motivierten Djokovic freuen. Der benötigt dringend Punkte bei diesem 500er-Turnier, wenn er noch die ATP‑Finals erreichen will. Im Race to Turin belegt Djokovic, Nummer 8 der Weltrangliste, aktuell nur den elften Platz.



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