
Die meisten Tickets für die Wettkämpfe im Ski Mountaineering waren bereits vor Wochen verkauft. Die Sportfans haben Lust auf das Format, das am Donnerstag olympische Premiere feiert. Wir erklären, worum es geht.
Was ist Ski Mountaineering?
Ski Mountaineering verbindet – vereinfacht ausgedrückt – den Aufstieg mit Fellen und das Tragen der Ski am Rucksack mit einem Skirennen. Die Sportart, manchmal auch abgekürzt Skimo genannt, vereint verschiedene Skitouren-Rennen. Insgesamt gibt es fünf Formate, wobei nur der Sprint und die Mixed-Staffel ins olympische Programm aufgenommen wurden.
Wie funktioniert der Sprint?
Jeweils sechs Athletinnen beziehungsweise sechs Athleten starten mit Fellen an den Ski gemeinsam. Nach einer ersten Aufwärtsstrecke müssen die Ski in einer ersten Wechselzone korrekt am Rucksack befestigt werden. Danach geht es zu Fuss weiter bis in die zweite Wechselzone, wo nochmals eine Fellpassage folgt. Oben angekommen wird das Fell in der dritten Wechselzone vom Ski entfernt und es folgt eine kurvige Abfahrt ins Ziel.
Ein Rennen dauert in der Regel zwischen zweieinhalb und drei Minuten. Im Olympia-Sprint gibt es Vorläufe, Halbfinals und einen Final. Die drei Erstplatzieren eines Laufs kommen automatisch weiter. Dazu kommen weitere Athletinnen und Athleten, die sich über ihre Laufzeit qualifizieren.
In der Mixed-Staffel absolvieren je eine Frau und ein Mann pro Nation abwechselnd je zwei Runden. Als zusätzliche Komponente kommt hinzu, dass die Felle für die zweite Runde an die Ski montiert werden müssen.
Was macht das Format so spektakulär?
Neben dem direkten Duell der sechs Starterinnen und Starter ist es die Mischung zwischen Schnellkraft und Ausdauer. Als Schlüsselfaktor für Erfolg gelten zudem schnelle Wechsel. Im maximalen Pulsbereich verlangen sie viel Geschick. Die Besten absolvieren ihre Wechsel in wenigen Sekunden. Die Wechsel werden im Training stundenlang geübt.

Was sorgt für Diskussionen?
Traditionalisten kritisieren, dass nur der Sprint ins Olympia-Programm aufgenommen wurde und die Königsdisziplin des Ski Mountaineering fehlt. Im sogenannten Individual-Wettkampf müssen die Sportlerinnen und Sportler bis zu 1900 Höhenmeter aufwärts absolvieren. Die Olympia-Organisatoren empfanden den Sprint als TV- und zuschauerfreundlicher.
Ist Ski Mountaineering gefährlich?
In Bormio finden die Rennen auf dem untersten Teil der Piste Stelvio statt, auf der bereits die Alpin-Rennen ausgetragen wurden. Lawinengefahr besteht nicht. In der Königsdisziplin wäre Lawinenausrüstung erforderlich.
Wann finden die Wettkämpfe statt?
Am Donnerstag finden die Sprints der Frauen und Männer statt. Los geht es um 9:50 Uhr. Die Finals sind auf 13.55 Uhr (Frauen) und 14.15 Uhr (Männer) angesetzt. Der Mixed-Staffel-Event findet am Samstag ab 13.30 Uhr statt.
Welche Schweizerinnen und Schweizer sind dabei?
Swiss Olympic hat ein starkes Quartett selektioniert. Bei den Frauen geht die zweifache Sprint-Weltmeisterin Marianne Fatton als Mitfavoritin an den Start. Zweite Starterin ist Caroline Ulrich, die 2020 in Lausanne Teil der Mixed-Staffel war, die an den Olympischen Jugendspielen Gold holte.

Bei den Männern gehen Jon Kistler und Arno Lietha an den Start. Kistler sicherte sich vor einem Jahr WM-Bronze im Sprint und gewann im Dezember 2025 sein erstes Weltcuprennen. Lietha krönte sich 2019 zum Weltmeister im Sprint und gewann schon dreimal die Weltcupwertung.
Welche zwei Schweizerinnen und Schweizer die Mixed-Staffel bestreiten, wird nach den Sprints entschieden. Pro Nation darf nur ein Team starten.



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