
23 Sekunden nur dauert der Auftritt von Marco Odermatt beim entscheidenden Riesenslalom in Hafjell. Dann kommt es zum Drama. Ein erster Fehler, Odermatt hebt ab, rettet sich in letzter Sekunde. Ein zweiter Fehler, Ausrutscher auf den Innenski – das Aus.
«Vielleicht wollte ich etwas zu viel. Ich bin an den Start gegangen mit dem Mindset, dieses Rennen gewinnen zu wollen», sagt Odermatt danach im Interview zu SRF. «Schliesslich gewinnt man Kugeln mit Siegen, nicht mit ‹abehösele›»
Ganz verloren ist der Kampf um die Riesenslalom-Kugel zwar noch nicht. Aber Odermatts Konkurrent Lucas Pinheiro Braathen wusste die sich bietende Chance zu nutzen. Mit 48 Punkten Rückstand gestartet, bedeutet dies nun: Braathen muss mindestens Vierter werden, dann gewinnt er die Kugel. Braathen fährt, wie zuletzt immer, sehr stark. Nach dem ersten Lauf führt der Brasilianer 21 Hundertstel vor Stefan Brennsteiner und 63 Hundertstel vor Loïc Meillard.
Odermatts Aus im SRF-Video
So geht es weiter für Odermatt im Riesenslalom
Bereits am Wochenende endete der Super-G für Odermatt frustrierend. Nach Rang 19 ging Odermatt hart mit sich selbst ins Gericht. Sprach vom «vermutlich schlechtesten Rennen der letzten sechs Jahre». Nun ist Odermatt weniger hart mit sich. «Ich wollte mit einem guten Rennen abschliessen. Nun ist es anders gekommen. Fehler passieren.»
Interessant ist, was Odermatt bezüglich seiner Zukunft im Riesenslalom sagt. «Klar ist: Nächste Saison werde ich den Riesenslalom sicher noch im Fokus haben. Wir haben eine Heim-WM. Und ich bin immer noch gut genug. Nachher ist dann vielleicht schon einmal fertig», sagt er zu SRF.
Der Fokus von Odermatt hat sich in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Speeddisziplinen verschoben. «Früher war der Riesenslalom meine Hauptdisziplin, heute ist das nicht mehr so.» Vier Abfahrten hat Odermatt in dieser Saison gewonnen. «Vor zwei Jahren wäre mir der erste Fehler von heute vielleicht auch passiert – aber der zweite sicher nicht. Dann wäre ich vielleicht mit einer Sekunde Rückstand immer noch in einer Position gewesen, wo etwas möglich gewesen wäre.»
Meillard und die kleine Kugel-Chance
Rein theoretisch könnte Meillard im zweiten Lauf mit einem kleinen Wunder Pinheiro Braathen die Kugel doch noch entreissen. Dafür müsste aber ziemlich viel passieren. Oder wie es Meillard sagt: «Mars, Jupiter, Sonner, Mond und Erde müssten ziemlich perfekt zueinander stehen…» Er selbst müsste das Rennen noch gewinnen, Pinheiro Braathen auf den vierten Rang zurückfallen.


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