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«Es war nicht unser bestes Spiel, aber am Schluss zählt der Sieg»: Servette bleibt dank Schulter-Goal YBs Cupfinal-Albtraum

Servette FC Chênois Féminin setzt sich erneut im Cupfinal gegen die Berner Young Boys durch und holt sich den Titel zum dritten Mal, obwohl die Bernerinnen lange mehr vom Spiel hatten, bleiben sie ohne Goal.

Lange sieht es nicht nach einem Genfer Sieg aus, denn YB kommt zu Chancen, tritt mutig auf und hält Servette weitgehend im Schach. «Wir sind gut ins Spiel gestartet, die erste Hälfte gehörte klar uns. Wir hatten extrem viele Chancen», sagt YB-Mittelfeldspielerin Noa Linn Münger nach dem Spiel gegenüber SRF.

Die Spielerinnen von Servette feiern ihren Cupsieg gegen YB.
Bild: Urs Flueeler

Trotzdem setzen die Westschweizerinnen ihre Final-Serie fort und schlagen die Young Boy auf der Winterthurer Schützenwiese mit 1:0.Für Servette war es der dritte Sieg im dritten Final. So endet für YB auch der nächste Anlauf auf die Revanche gegen die Gegner von 2024 erfolglos.

Der Entscheid fällt kurz nach der Pause. Nach einem gut getretenen Freistoss von Daina Bourma ist die Berner Defensive nicht auf der Höhe. Paula Serrano kommt völlig frei zum Abschluss und lenkt den Ball – eher mit der Schulter als mit dem Kopf – ins Goal. Es ist zu diesem Zeitpunkt erst der zweite Torschuss der Genferinnen. Ein Treffer, der die Partie verändert.

YB zog sich lange zurück

Denn Servette wirkt danach gelöster und kommt zu weiteren Möglichkeiten. «Wir haben in der Halbzeit miteinander gesprochen. Wir wussten, dass wir hinten die Null halten und ein Goal erzielen müssen», sagt Captain Daina Bourma. «Es war nicht unser bestes Spiel, aber am Schluss zählt der Sieg.»

So kommt es nach rund einer Stunde erneut zu einer gefährlichen Aktion der Genferinnen. Therese Simonsson hat das 2:0 bereits auf dem Fuss, verpasst jedoch knapp. In der Folge zieht sich das Team von Trainer Cristian Toro zunehmend zurück und konzentriert sich darauf, den Vorsprung zu sichern. YB tut sich lange schwer, offensiv Akzente zu setzen. Erst in den letzten 20 Minuten erhöhen die Bernerinnen den Druck.

Aber die Bernerinnen tauen etwas auf und in der 74. Minute fehlt nur wenig, als ein Eckball an die Lattenoberkante prallt. Aber insgesamt agiert YB zu wenig, um den Ausgleich noch zu erzwingen. YB-Trainerin Imke Wübbenhorst sagt nach der Partie: «Wir sind sehr enttäuscht, weil wir es mehr verdient hätten. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, müssen uns aber ankreiden, dass wir im letzten Drittel zu wenig erspielt haben.»

Für YB reichte es erneut nicht zu einem Treffer gegen die Westschweizerinnen.
Bild: Philipp Kresnik

YB holte das letzte Mal 2001 den Titel

Vor 7587 Zuschauerinnen und Zuschauern bleibt ein Berner Treffer aus – wie schon in den ersten beiden Saisonduellen gegen Servette. Die Westschweizerinnen bleiben auch im Final unbezwingbar. Für YB ist es bereits die sechste Niederlage in einem Cupfinal seit dem letzten Triumph 2001, damals noch als FC Bern. «Der neue Pokal sieht schön aus, den hätten wir gerne mitgenommen», sagt Wübbenhorst. So geht der schöne neue Pokal an die Genferinnen, die im Endspiel makellos bleiben: Drei Finals, drei Siege.

Weil sie damals schwanger war

Nach den Erfolgen 2023 und 2024 geht auch diese Ausgabe an Servette. Die Erinnerungen an den Final vor zwei Jahren werden dabei wieder wach. Schon damals setzte sich Servette knapp gegen YB durch. Die Niederlage sorgte für grossen Frust bei den Bernerinnen und für ein emotionales TV-Interview der YB-Trainerin Wübbenhorst, das weit über den Fussball hinaus für Aufmerksamkeit sorgte.

Nun blickte die 37-Jährige auf dieses Interview zurück: «Ich war damals schon schwanger. Da haben wohl die Hormone etwas verrückt gespielt» und lobt die Gegnerinnen: «Servette war in beiden Strafräumen effizienter und darum sind sie eine absoltue Spitzenmannschaft.»

Eine neue Chance bietet sich allerdings bald: In den anstehenden Meisterschafts-Playoffs Ende April könnten sich die beiden Teams erneut gegenüberstehen und dann werden die Karten neu gemischt.

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