Die Meldung ging um die Welt: Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter ruft zu einem Boykott der Fussball-WM 2026 auf. Nun präzisiert der 89-jährige Walliser, er habe lediglich eine entsprechende Meinung retweetet. Er sei gegen einen WM-Boykott, sagte Blatter im «Tagensanzeiger», denn den Fussball könne man nicht stoppen. «Ob die Menschen in die USA reisen, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass das Spiel ausgetragen wird. Und die Spieler wollen spielen», so Blatter.

Ein WM-Boykott wird da und dort aufgrund des US-Präsidenten Donald Trump und dessen ICE-Truppe thematisiert. Zu Trump hat Blatter eine klare Meinung: «Wenn man sieht, was in Minneapolis passiert, wo Menschen auf offener Strasse von Beamten der Einwanderungsbehörden erschossen werden! Das ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist.» Das Ausrichterland der WM 2022 war wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert worden.
Dass sich Fifa-Boss Gianni Infantino bei Trump anbiedere, findet Blatter «unmöglich». Er selber hätte Trump «sicher keinen Friedenspreis überreicht. So eine Spinnerei!» Über Infantino sagt Blatter, dieser führe sich auf wie ein Sonnenkönig: «Einige wirkliche Könige, die in Europa leben, verhalten sich demokratischer als er.»
Blatter gab genüsslich eine Anekdote weiter, die mit ihm weiterhin verbundene Fifa-Mitarbeiter ihm überbracht hätten: Infantino wolle nicht, dass ihn jemand begrüsse, wenn er am Fifa-Hauptsitz in Zürich erscheine. «Das ist so, kein Witz. Und warum? Weil ihm einmal einer sagte: «Guten Tag, Herr Blatter.»»

Sepp Blatter zufolge wird er von Gianni Infantino ignoriert. Er gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass es einmal zu einem Treffen des ehemaligen und des aktuellen FIFA-Präsidenten kommt.
Mit Sicherheit wird dieses aber nicht im Sommer in den USA stattfinden. Blatter sagte, er habe noch keine Einladung an die Weltmeisterschaft erhalten, «aber ich bekomme ganz sicher eine sowohl vom kanadischen wie vom mexikanischen Verband». Doch: «Ich gehe nicht zur WM. Ich gehe nicht mehr ins Stadion.» (wen/watson)


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