Tennis

Unter Tränen: Roger Federer in Hall of Fame aufgenommen

Roger Federer wurde am Samstagabend als zweiter Schweizer Tennisspieler nach Martina Hingis in die Hall of Fame aufgenommen. Die emotionale Laudatio war reine Familiensache.

«Selbst in meinen Träumen bin ich nie so weit gekommen», sagte Roger Federer wenige Tage, bevor er in die «Hall of Fame» des Tennissports aufgenommen worden ist.

Nun ist dies in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschehen. Frühestens fünf Jahre nach dem Rücktritt ist die Aufnahme möglich. Es liegt quasi auf der Hand, dass der Schweizer bei der ersten sich bietenden Gelegenheit in den exklusiven Zirkel aufgenommen wird. Seinen letzten Ernstkampf hat Federer in Wimbledon 2021 bestritten, als er im Viertelfinal scheiterte.

Die emotionale Laudatio am Samstag hielt seine Ehefrau Mirka. Im Beisein vieler ehemaliger Grössen von Martina Navratilova über John McEnroe bis Andy Roddick fand die Zeremonie auf dem historischen «Hufeisen-Court» des alten Casinos im Nobel-Ferienort an der Atlantikküste statt, wo die Hall of Fame ihr Heim gefunden hat. Mirka Federer strich in ihrer Rede die menschlichen Qualitäten ihres Ehemanns, den sie an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney kennenlernte, heraus.

«Die Familie kommt bei ihm immer zuerst», betonte die ehemalige Spitzenspielerin. «Er ist der Sohn, der Freund, der Ehemann und Vater. Am stolzesten bin ich, wie er ist, wenn niemand schaut:» Als dann Federer selber auf die Bühne trat, hatte er Mühe, seine Emotionen zu kontrollieren. «Ein Teil dieser Geschichte zu sein, einen Platz hier zu haben, bedeutet mir enorm viel», sagte er. «Fame bedeutet Ruhm, aber das war nie mein Ziel. Ich wollte einfach Spass haben.» Und wenn er seine Augen schliesse und an Tennis denke, dann «sehe ich mich in Basel, an den Swiss Indoors, als Balljunge».

Als er dann anfing, sich bei all den Menschen zu bedanken, die seinen Weg geprägt haben, konnte Federer seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Speziell, als er seiner Familie dankte. «Ui, und jetzt kommt noch der Mirka-Teil», meinte er. Am Ende hielt er aber durch, und neben seiner Frau, den Eltern, seinen vier Kindern und vielen mehr, drückte er auch seine Liebe für seinen Sport aus. «Ich habe mich nie als Athleten, sondern als Tennisspieler gesehen», betonte Federer. «Das entscheidende Wort ist trotz der ganzen Arbeit spielen.»

Noch nie zuvor wurde die Aufnahme eines Spielers so zelebriert wie jetzt bei Federer. In dieser Woche bestritt er im Vorfeld der US Open ein Show-Match gegen Andy Roddick. Der Baselbieter gewann und weckte damit auch wilde Comeback-Fantasien. Doch er wiegelte sofort ab.

Weiter verzückte er auch, als er in Rhode Island – ebenfalls in einem Exhibition-Spiel – im Doppel antrat und sich mit John McEnroe ein heisses Duell lieferte. Den Punkt gewann Federer schliesslich mit einem Schlag hinter dem Rücken.

Gemeinsam mit Federer wurde in der so genannten «Klasse von 2026» auch die amerikanische TV-Journalist Mary Carillo in die Hall of Fame aufgenommen. (sda/chm)

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