
Als die obligate Frage nach dem Comeback kommt, lächelt Roger Federer und sagt dann nicht weniger als fünf Mal in Folge «Nein». Dem 45-Jährigen ist es in New York wichtig, solche Gerüchte gleich im Keim zu ersticken. Und trotzdem ist der Schweizer im Vorfeld der US Open das grosse Tuschelthema. Selbst Profis staunen über die Form des Tennisrentners.
Am Donnerstag gewann Federer einen Showkampf gegen Andy Roddick mit 6:3. Danach sagte Eurosport-Experte Mats Wilander: «Roger könnte immer noch ein Match bei den US Open gewinnen, vielleicht sogar zwei.» Andere Beobachter der Szene gehen sogar noch weiter und behaupten, Federer würde noch immer 80 der besten 100 Spieler der Welt besiegen.
Federer selbst lässt sich auf die Gedankenspiele nicht ein. Die Frage stelle sich gar nicht. «Ich bin nur noch ein Fan und geniesse das Zuschauen», sagt er. Offensichtlich ist: Der Schweizer taucht derzeit wieder öfter im Tenniszirkus auf. Und er hält offenbar auch sein spielerisches Level hoch. Sowohl in den Sommerferien an der kroatischen Adria als auch während Bootsferien in Italien wurde der Schweizer auf dem Tennisplatz gesichtet.

Ex-Profi Mats Wilander sagt: «Ich denke, Federer hat gegen Roddick vielleicht im zweiten oder dritten Gang gespielt – und er könnte fünf Gänge spielen. Aber er würde Probleme damit bekommen, sich von den Matches zu erholen. Das ist der Punkt, wenn man 45 Jahre alt ist.» Ähnlich tönt es beim Schweizer selbst. Federer erklärt: «Mein Körper ist fertig.»
Die Aufnahme in die Hall of Fame wird zur Inszenierung
Am Samstag wird Federer in Newport in die Hall of Fame des Tennis aufgenommen. Natürlich bei erstbester Gelegenheit. Frühestens fünf Jahre nach dem Rücktritt ist die Aufnahme möglich. Seinen letzten Ernstkampf hat Federer in Wimbledon 2021 bestritten, als er im Viertelfinal scheiterte.
Federer ist der erste männliche Tennisspieler aus der Schweiz, der in die Ruhmeshalle aufgenommen wird. Bei den Frauen wurde Martina Hingis diese Ehre 2013 zuteil. Noch nie zuvor wurde die Aufnahme eines Spielers aber so zelebriert wie jetzt bei Federer. Als er im November 2025 von der Auszeichnung erfuhr, schalteten sich 30 Spielerinnen und Spieler aus der Hall of Fame per Liveschaltung zu, um diesen Moment mit ihm zu teilen.
Seither wird Federers Karriere in den sozialen Medien in Kapiteln und etappenweise nacherzählt. Und in New York wurde ihm mit einer riesigen Drohnenshow – Federers Antlitz wurde an den Nachthimmel projiziert – gehuldigt. Das Tennis feiert seinen wohl grössten Star nochmals ausgiebig.
Federer scheint die Aufmerksamkeit zu geniessen. Er ist mit der ganzen Familie nach New York gereist. Die Auftritte im Rahmen der US Open, die er zwischen 2004 und 2008 fünfmal gewinnen konnte, seien für ihn die perfekte Gelegenheit, um noch einmal Danke zu sagen, erklärte Federer.


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.