Rad-WM

McNulty düpiert die Favoriten – Mauro Schmid mit überragendem Rennen

Brandon McNulty gewinnt das Strassenrennen an der Rad-WM in Montreal. Mauro Schmid verpasst eine Medaille nur knapp.

Brandon McNulty sorgt zum Abschluss der Rad-WM in Montreal für eine faustdicke Überraschung. Der Amerikaner krönt sich nach einem Solo über 32 km zum Weltmeister im Strassenrennen.

In Abwesenheit von Tadej Pogacar, dem Weltmeister der letzten beiden Jahre, standen die Chancen auf einen Aussenseitersieg so gut wie lange nicht. McNulty nutzte die Chance und sorgte für einen regelrechten Coup. Der 28-jährige Amerikaner setzte 32 km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe zur entscheidenden Attacke an, liess sämtliche Favoriten hinter sich und krönte sein Solo mit dem WM-Titel.

Nach einem von zahlreichen Wendungen geprägten Rennen rettete der UAE-Profi auf dem anspruchsvollen Stadtkurs 13 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Dabei geriet sein Sieg in der Schlussrunde nochmals ins Wanken. Am letzten längeren Anstieg schmolz sein zuvor rund einminütiger Vorsprung zeitweise auf lediglich zehn Sekunden.

Weil sich die Verfolger danach uneinig waren, konnte McNulty wieder etwas Luft zwischen sich und die Konkurrenz bringen. Hinter ihm sicherten sich im Sprint um Platz 2 der 36-jährige Australier Michael Matthews und der niederländische Mitfavorit Mathieu van der Poel nach 273 km die weiteren Medaillen.

Erster US-Weltmeister seit Armstrong

McNulty ist erst der dritte Amerikaner im Regenbogentrikot nach Greg LeMond 1983 und 1989 sowie Lance Armstrong 1993. Für McNulty ist es der mit Abstand grösste Erfolg seiner Karriere. Bislang war er vor allem als starker Zeitfahrer bekannt. Zum Auftakt der Titelkämpfe in Kanada hatte er im Kampf gegen die Uhr eine Medaille noch um zwölf Sekunden verpasst.

Im Vorjahr gewann der Teamkollege des verletzten Tadej Pogacar bei UAE Emirates gleichenorts den zur World Tour zählenden Grand Prix von Montreal. Bei seinem Gold-Coup am Sonntag profitierte McNulty auch von der starken Unterstützung seiner Landsleute Matteo Jorgenson (8.) und Quinn Simmons (5.), die in der Verfolgergruppe mehrere Angriffe neutralisierten.

Schweizer schneiden stark ab

Zu den Verfolgern gehörten mit Mauro Schmid und Stefan Küng zu Beginn der Schlussrunde auf dem 13,4 km langen Circuit auch zwei Schweizer. Schmid konnte nach einem Angriff 5,5 km vor dem Ziel kurzzeitig vom Gewinn der Silbermedaille träumen.

Letztlich belegte der Zürcher mit 22 Sekunden Rückstand auf den Sieger den 11. Rang und klassierte sich damit noch vor Topfavorit Remco Evenepoel. Er verpasste eine Medaille um nur wenige Sekunden. Mit Stefan Küng, der auf Rang 14 landete, erreichte ein weiterer Schweizer ein gutes Resultat. (sda)

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