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Ski alpin

Pinheiro Braathen holt sich die Kugel im Riesenslalom – Meillard fährt aufs Podest

Kugel-Krimi in Hafjell: Lucas Pinheiro Braathen sichert sich den Sieg im Riesenslalom-Weltcup. Loïc Meillard fährt zum Abschluss aufs Podest. Marco Odermatt scheidet aus – und spricht über seine Zukunft im Riesenslalom.

«Vamooooos!», schreit Lucas Pinheiro Braathen in die Kameras. Er ist der grosse Sieger des Tages. Mit 58 Hundertsteln Vorsprung auf Loïc Meillard gewinnt er den letzten Riesenslalom dieses Winters. Und schnappt damit Marco Odermatt noch die Kugel weg.

Die zweite Kristallkugel seiner Karriere: Lucas Pinheiro Braathen ist Riesenslalom-König. 2023 gewann er die Trophäe im Slalom.
Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Als Pinheiro Braathen zu seinem zweiten Lauf startet, führt Meillard. In diesem Moment bedeutet das: Mindestens Rang 4 muss es werden, sonst ist Meillard der lachende Sieger, nachdem Odermatt bereits im ersten Lauf ausgeschieden ist.

Aber so weit kommt es nicht. Pinheiro Braathen bringt seinen Lauf in einer beeindruckenden Ruhe ins Ziel. Mit all der Souveränität, die ihn in den letzten Wochen ausgezeichnet hat. Seit dem Sieg beim Olympia-Riesenslalom ist der 25-Jährige herausragend unterwegs.

Gratulation für den Sieger: Loïc Meillard wird Zweiter und gratuliert im Anschluss Pinheiro Braathen.
Bild: Gabriele Facciotti

Pinheiro Braathen: Auch Konkurrent für Odermatt im Gesamtweltcup?

Braathen besitzt zwei Pässe. Sein Vater ist Norweger. Seine Mutter ist Brasilianerin. Seit der letzten Saison fährt Braathen für Brasilien. Wegen andauernden Differenzen mit dem norwegischen Verband setzte er zwischenzeitlich eine Saison aus. 2023/24 war das. Und direkt im Anschluss an den Gewinn der Slalom-Kugel.

Nach einem Jahr Pause kehrte Braathen im Oktober 2024 zurück. Nun mit dem Zusatz «Pinheiro» im Namen. Selbstredend brauchte er einige Rennen, um zur alten Form zurückzufinden.

Seinen ersten Sieg für Brasilien feierte der mittlerweile 25-Jährige dann im letzten November in Levi im Slalom. Bis zu den Olympischen Spielen glich seine Saison gleichwohl einem Auf- und Ab. Doch dann lief es in den letzten Wochen immer besser. Zunächst gewann Pinheiro Olympia-Gold im Riesenslalom. Dann einen weiteren Riesenslalom in Kranjska Gora – es war der Grundstein, um nun die Riesenslalom-Kugel zu gewinnen. Und wer weiss, vielleicht liefert er sich mit Odermatt ja bald auch ein Duell um den Gesamtweltcup. Pinheiro Braathen liebäugelt jedenfalls mit baldigen Starts im Super-G.

Odermatt: «Ich wollte nicht <abehösele>»

23 Sekunden nur dauert der Auftritt von Marco Odermatt in Hafjell. Dann kommt es zum Drama. Ein erster Fehler, Odermatt hebt ab, rettet sich in letzter Sekunde. Ein zweiter Fehler, Ausrutscher auf den Innenski – das Aus.

«Vielleicht wollte ich etwas zu viel. Ich bin an den Start gegangen mit dem Mindset, dieses Rennen gewinnen zu wollen», sagt Odermatt danach im Interview zu SRF. «Schliesslich gewinnt man Kugeln mit Siegen, nicht mit ‹abehösele›»

Odermatts Aus im SRF-Video

So geht es weiter für Odermatt im Riesenslalom

Bereits am Wochenende endete der Super-G für Odermatt frustrierend. Nach Rang 19 ging Odermatt hart mit sich selbst ins Gericht. Sprach vom «vermutlich schlechtesten Rennen der letzten sechs Jahre». Nun ist Odermatt weniger hart mit sich. «Ich wollte mit einem guten Rennen abschliessen. Nun ist es anders gekommen. Fehler passieren.»

Interessant ist, was Odermatt bezüglich seiner Zukunft im Riesenslalom sagt. «Klar ist: Nächste Saison werde ich den Riesenslalom sicher noch im Fokus haben. Wir haben eine Heim-WM. Und ich bin immer noch gut genug. Nachher ist dann vielleicht schon einmal fertig», sagt er zu SRF.

Enttäuschung nach dem Out im Riesenslalom: Marco Odermatt.
Bild: Keystone

Der Fokus von Odermatt hat sich in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Speeddisziplinen verschoben. «Früher war der Riesenslalom meine Hauptdisziplin, heute ist das nicht mehr so.» Vier Abfahrten hat Odermatt in dieser Saison gewonnen. «Vor zwei Jahren wäre mir der erste Fehler von heute vielleicht auch passiert – aber der zweite sicher nicht. Dann wäre ich vielleicht mit einer Sekunde Rückstand immer noch in einer Position gewesen, wo etwas möglich gewesen wäre.»

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