Der Knall zum Wochenstart war sehr laut. Patrick Fischer, langjähriger Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft wurde wegen Urkundenfälschung verurteilt. Er reiste 2022 mit einem gefälschten Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking.
Von «Fischer muss gehen» bis «die Vergangenheit soll man ruhen lassen» ist die Rede. Ein Blick auf die Kommentare und E-Mails der Leserinnen und Leser von CH Media zeigt, dass im Fall Fischer geteilte Meinungen vorliegen.
Ein Leser meldet sich mit den Worten: «Fischer ist ein unglaublicher Egoist, nicht tragbar in dieser Vorbildfunktion. Seine Glaubwürdigkeit ist weg. Abtreten Herr Fischer, das ist das einzige, was angebracht ist.»
Ähnlich sieht es ein anderer Herr: «Egal welche Erfolge er aufzuweisen hat, als Trainer der Eishockey-Nationalmannschaft ist er nicht länger tragbar. Hat er nur ein wenig Anstand, so würde er freiwillig zurücktreten.»
«Verurteilt, Eintrag im Strafregister und Busse. Als Vorbild vieler Sportler hat Herr Fischer viele Sympathien verloren», schreibt ein User. «Fischer muss gehen», kommentiert ein weiterer Leser.
Auch die Suspendierung von Lian Bichsel wird dem National-Trainer nun an den Kopf geworfen: «Den moralischen Massstab hat Fischer mit der Causa Bichsel selbst extrem hoch gelegt. Alles andere als ein sofortiger Rücktritt wäre lächerlich.» Dieser Kommentar wurde knapp 300 Mal mit «Gefällt mir» markiert, was man als Zustimmung der Leserschaft werten kann.
Fischer könnte mit seiner Entscheidung die ganze Schweizer Delegation von 2022 in Gefahr gebracht haben, meint ein anderer Leser: «Wenn der Trainer die Verantwortung über sein ganzes Team trägt, darf er nicht betrügen. Somit hat er die «Nati »- und vielleicht die gesamte Schweizer Olympiadelegation in Gefahr gebracht.»
Ein Teil der Leserschaft macht aber auch auf die bevorstehende Heim-Weltmeisterschaft aufmerksam: «Gehts noch? Wir haben eine WM im eigenen Land und jetzt wird über sowas diskutiert. Patrick Fischer ist als Trainer, wie auch als Mensch einzigartig. Sein «Verbrechen »haben auch andere gemacht.»
Soll Cadieux per sofort übernehmen?
Mit Jan Cadieux, dem aktuellen Assistent von Patrick Fischer, wurde bereits im vergangenen Dezember der Nachfolger für den Trainer-Posten präsentiert. Ein Leser bringt nun aber genau diesen bereits für die Heim-WM ins Spiel: «Cadieux soll per Sofort übernehmen. Als bisheriges Staff-Mitglied ist er mit sämtlichen Spielern und der vorgesehenen Taktik bestens vertraut. »
Auf Instagram meldet sich ein User zu Wort: «Als Swiss-Hockey-Liebhaber sage ich: Lasst die Vergangenheit ruhen und jetzt Hopp Schwiiz!» Ein weiterer User fügt an: «Er hat seine Strafe ja bekommen, damit sollte es dann auch gut sein»
«Herr Fischer soll an der Heim-WM das Team zu Gold führen. Punkt. Alles andere ist seine Privatangelegenheit», schreibt ein Leser. «Ob es nötig war, diese Sache jetzt aufzuwärmen, so kurz vor der WM steht auf einem andern Blatt», fragt sich ein User in den Sozialen Medien.
«Da hat man die Eishockey-WM im eigenen Land vor der Tür und muss seinen eigenen Coach wegen einem Delikt, das vor 3 Jahren passierte und wofür er gebüsst wurde, an den Pranger stellen. So doof sind nur wir Schweizer. Wie damals bei Alex Frei und der Spuckaffäre», schreibt ein AZ-Leser.
Die Leserschaft ist sich in einer Sache zum grössten Teil einig: Patrick Fischer hat einen Fehler begangen. Bei der Diskussion über das weitere Vorgehen scheiden sich jedoch die Geister. Muss der National-Trainer zurücktreten? Muss der Verband ihn entlassen? Oder ist seit dem Delikt zu viel Zeit vergangen und Patrick Fischer soll an der Heim-WM an der Bande stehen? Die Antworten dürften in den kommenden Tagen geliefert werden.





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