Der Superstar soll den Weg ebnen in die grosse Fussball-Welt. Das zumindest war die Hoffnung von On, als die Schweizer Firma Mitte September die Zusammenarbeit mit Kylian Mbappé bekannt gab.
Doch nun gerät der Deal bei erster Gelegenheit zum Problem. Rund um die Verleihung des Ball d’Or verspottet Mbappé Chinas Staatsgründer Mao Zedong. Die Empörung in China ist riesig. Zwei lokale Sponsoren beenden die Zusammenarbeit per sofort. Das führende staatliche Medienunternehmen China Media Group erklärt, künftig keine Spiele von Real Madrid und keine Werbungen mit Mbappé mehr zu zeigen. Der Franzose muss sich entschuldigen. Auch sein Verein Real zieht mit einem «Sorry» nach, als der Druck immer grösser wird.
Das sagt On zum Drama mit Mbappé
Und wie reagiert sein Sponsoring-Partner On? Haben die Schweizer sogar darauf hingewirkt, dass sich Mbappé entschuldigt? Schliesslich ist der chinesische Markt für On von immenser Bedeutung. «Während die Aussagen aller Sportlerinnen und Sportler ihre persönlichen Ansichten widerspiegeln, nehmen wir die Entschuldigung von Kylian Mbappé gerne zur Kenntnis», sagt Sprecherin Karin Montani. Und: «Wir haben grossen Respekt vor dem chinesischen Volk und dem reichen kulturellen Erbe Chinas.»
Inwiefern On mit Mbappé nach der Kritik aus China das Gespräch gesucht hat und ihn allenfalls dazu ermutigt hat, sich möglichst rasch zu entschuldigen, verrät die Sprecherin nicht. Auf die Frage, wie On mit dem Risiko umgeht, dass Kritik an Markenbotschaftern auf die eigene Marke abfärbt, sagt Montani: «Unsere Partnerschaften sind langfristig und wertebasiert. Unterschiedliche Perspektiven und öffentlicher Diskurs gehören zum Spitzensport.» Die Firma wolle nicht kurzfristig auf Schlagzeilen reagieren, verlange aber von ihren Partnern trotzdem «Respekt» und «Fairness».
Als Kritik an den Superstar muss man das nicht deuten. Trotzdem ist klar: Ein schlimmerer Start mit Mbappé ist für On kaum denkbar. Mitte September gab die Firma, an der auch Ex-Tennisspieler Roger Federer beteiligt ist, die Zusammenarbeit mit Mbappé bekannt - sie will damit künftig Marken wie Nike, Puma und Adidas konkurrenzieren. Mbappé ist nicht nur Aushängeschild, sondern auch bei der Entwicklung neuer Schuhe und Kleider involviert. Was sich On dessen Engagement kosten lässt, ist nicht bekannt. Vor Mbappé nahm On mit Sidney Schertenleib bereits die hoffnungsvollste Schweizer Fussballerin unter Vertrag.




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