Die Schweizer Skifahrer wohnen in Bormio in einem gemütlichen Hotel unweit der Piste. Quasi zur Ausstattung dazu gehören zwei riesige Hunde mit schneeweissem Fell. Vermeintlich dösend beäugen sie jeden Gast. Wer Hunde liebt, fühlt sich pudelwohl. Alle anderen gehen lieber auf Abstand.

Noch näher am Ziel wohnen die Österreicher. Ihre Residenz befindet sich direkt neben der Zuschauertribüne. Das bedeutet aber auch Halligalli. Zu feiern hatten in diesem Winter allerdings vor allem die Schweizer. Beim Olympiasieg von Franjo von Allmen wurde der beste Österreicher Sechster.
Die Journalisten wohnen etwas weiter weg vom Ziel. Zugeteilt wurden die Unterkünfte vom Organisationskomitee. Bis zur Anreise wusste ich nicht, ob es mein Hotel überhaupt noch gibt. Auf Anfragen reagierte niemand.
Das Einchecken verlief dann allerdings reibungslos. Und nach der vierten Nacht kam sogar schriftlich Entwarnung. In meinem E-Mail-Postfach befand sich eine Nachricht vom Hotel. Es sei alles bereit für mich, schrieb mir die Rezeptionistin, die ich seit Tagen jeden Morgen und Abend grüsse.
Vom Hotel bin ich positiv überrascht. Die Bewertungen liessen nämlich Schlimmstes erahnen. «Ich gebe nur einen Stern, weil null nicht möglich sind», las ich im Vorfeld. Ein anderer Gast schrieb auf Google von einer «schrecklichen Erfahrung» und dass er hier nie wieder wohnen würde.
Nun – das Hotel und sein Inventar sind zwar alt und in den Wänden hat es Risse. Und auf dem Boden hat es den einen oder anderen Fleck. Doch alles in allem lässt es sich hier gut leben. Nur dem Lift traue ich nach einer ersten Fahrt nicht mehr. In den Rezensionen des Hotels schrieb ein Gast: «Mein Sohn ist darin ums Leben gekommen.» Das ist zwar – wie so vieles in Online-Kommentaren – vermutlich übertrieben. Aber sicher ist sicher.
In der Kolumne «In Pista!» blicken unsere Reporter vor Ort hinter die Olympia-Kulissen.

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