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Olympia 2026

Der heimliche Star der Olympischen Winterspiele – Schweizer geht wegen Tiramisu viral

In Zeiten, in denen Social Media den Ton angibt, sind nicht immer die Medaillengewinner die wahren Stars der Olympischen Spiele. Für den Schweizer Snowboarder Jonas Hasler gilt das ganz besonders: Er ist der offizielle «Tiramisu-Man».

Seit dem Aufkommen der sozialen Medien hat sich vieles verändert – auch bei Olympischen Spielen. Vor allem dank Instagram und TikTok erhalten Aussenstehende durch die – oft sehr jungen – Athletinnen und Athleten exklusive Einblicke in den Alltag im Olympischen Dorf. Dazu gehören längst nicht mehr nur Trainings- und Wettkampfszenen, sondern auch Essgewohnheiten.

Das heissbegehrte Tiramisu

Der Thurgauer Snowboarder Jonas Hasler wurde in den vergangenen Tagen zur Internetberühmtheit. Allerdings nicht, weil er sich als einer der wenigen Athleten für sämtliche Freestyle-Snowboard-Disziplinen qualifiziert hat. Viral ging er wegen eines Desserts: Tiramisu. Ja, genau dieses italienische Kultdessert beschert Hasler derzeit einen regelrechten Hype in den sozialen Medien.

Trotz verpasster Finalqualifikation, hat Jonas Hasler momentan Grund zum Lachen.
Bild: (AP Photo/Lindsey Wasson)

Die Vorgeschichte dazu führt zurück zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024. Dort sorgte der norwegische Schwimmer Henrik Christiansen als «Muffin-Man» für Schlagzeilen. Was als Spass begann – seinen Followern das Essen im Olympischen Dorf zu zeigen – entwickelte sich rasch zum Internetphänomen. Nach mehreren Degustationen schwärmte er besonders von den Muffins und wurde schliesslich unter diesem Spitznamen bekannt. Selbst vor seinen Wettkämpfen soll er sich noch mit Muffins gestärkt haben.

Hasler, 19-jährig und daher selbst Teil der jungen Social-Media-affinen Generation, kannte diesen Clip wohl bereits bestens. In seinem Video ist zu sehen, wie er zielstrebig das Dessertbuffet ansteuert. Begeistert verkündet er, das er das Pendant zum «Schoko-Muffin von Olympia 2026» entdeckt habe – gemeint ist das Tiramisu. Bei der Degustation gerät er ins Schwärmen, ganz im Stil von Christiansen, und gönnt sich prompt eine zweite Portion und wird so in Windeseile eine Internetberühmtheit.

Die Resonanz liess nicht lange auf sich warten: Das Video verbreitete sich rasant um die Welt, auf Instagram wurde das Video bereits 1.5 Millionen Mal angesehen. Sogar der «Muffin-Man» höchstpersönlich meldete sich zu Wort und übergab Hasler symbolisch das Zepter. Er sei nun der offizielle «Tiramisu-Man». «Mach mich stolz», fügte Christiansen seiner Botschaft hinzu.

Natürlich sprach sich der Hype auch im Olympischen Dorf schnell herum. Vor Haslers Halfpipe-Qualifikation kam die Köchin höchstpersönlich an seinen Tisch und bereitete das Dessert direkt vor seinen Augen frisch zu. Für die Finalqualifikation reichte es Hasler sportlich zwar nicht – doch in den sozialen Medien ist sein Status als «Tiramisu-Man» unangefochten.

Nicht nur das Tiramisu sorgt für Begeisterung

Doch nicht nur das Tiramisu erfreut sich grosser Beliebtheit. Insgesamt scheint im Olympischen Dorf ein regelrechter Hype um die italienische Küche ausgebrochen zu sein. Zahlreiche Athletinnen und Athleten teilen auf Instagram und TikTok ihre Begeisterung für Pizza, Pasta und andere Klassiker. Laut der New York Times werden täglich bis zu einer halben Tonne Pasta für die hungrigen Sportlerinnen und Sportler zubereitet.

Bereits vor Beginn der Spiele sorgte eine spezielle «Olympia-Pasta» für Aufmerksamkeit: Nudeln in Form der Olympischen Ringe, welche nun auch von den Athleten verspeist werden.

Unterstützer der italienischen Küche finden sich auf der ganzen Welt – besonders auch in den USA. Die amerikanische Skirennfahrerin Breezy Johnson sagte gegenüber CBS, sie sei ein grosser Pasta-Fan. Auch die niederländische Eisschnellläuferin Jutta Leerdam gerät ins Schwärmen: «Ich habe hier in Italien so viel Pasta gegessen, und sie wirkt.» Leerdam gewann im 1000-Meterlauf die Goldmedaille und sicherte sich anschliessend über die 500 Meter zudem noch Silber.

Während viele die kulinarische Vielfalt feiern, gibt es dennoch auch kritische Stimmen. Weniger begeistert zeigt sich der georgische Eiskunstläufer Gleb Smolkin. Gegenüber dem italienischen Portal Fanpage sagte er: «Im Dorf haben wir weder russische noch georgische Küche gefunden, nichts dergleichen. Das Essen hier ist europäisch und im Moment ziemlich eintönig. Pasta beginnt mir schon den Magen umzudrehen.»

Smolkings Meinung stellt jedoch eine klare Minderheit dar und die Mehrheit der Athleten schlägt sich während der Winterspiele in Milano Cortina ordentlich den Bauch voll – kein Wunder, seit Dezember letzten Jahres, ist die italienische Küche «Unesco-Kulturerbe».

Es zeigt sich daher einmal mehr: Bei Olympischen Spielen entstehen die grössten viralen Momente manchmal nicht auf der Piste oder im Stadion, sondern am Dessertbuffet.

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