notifications
Olympische Spiele

Aus der Traum von der Medaille: Die Schweiz verliert den Olympia-Viertelfinal gegen Finnland nach 2:0-Führung

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam scheidet im Viertelfinal gegen Finnland auf bittere Art und Weise aus. Es verspielt eine 2:0-Führung und verliert 2:3 nach Verlängerung.

Den entscheidenden Treffer in der Overtime erzielte Artturi Lehkonen in der 64. Minute. Zuvor hatten die Schweizer eine 2:0-Führung verspielt. Diese hielt bis zur 54. Minute, dann musste sich der einmal mehr starke Goalie Leonardo Genoni das erste Mal geschlagen geben - das Tor erzielte Sebastian Aho. In der 58. Minute ersetzten die Finnen Keeper Juuse Saros durch einen sechsten Feldspieler und das zahlte sich aus, wobei die Schweizer Pech bekundeten. Jonas Siegenthaler lenkte den Puck 72 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit mit dem Stock unglücklich ins eigene Tor. Der Treffer wurde Miro Heiskanen gegeben.

Im Startdrittel hatten sich die Schweizer äusserst stark präsentiert. Damien Riat (15.) und Nino Niederreiter (16.) trafen innert 72 Sekunden zum 2:0. Dem 1:0 ging ein Fehler von Goalie Jussi Saros voraus. Dieser wollte hinter dem Tor zu Niko Mikkola passen, Ken Jäger ging jedoch dazwischen, passte zu Riat, der keine Mühe bekundete, die Führung zu erzielen. Dass die nominell vierte Linie die Führung erzielte, entbehrte nicht einer gewissen Logik. Riat, Jäger und Simon Knak brachten enorm viel Energie ins Spiel.

Das Gegentor verunsicherte die Finnen sichtlich und das nutzten die Schweizer. Niederreiter traf mit einem präzisen Schuss, wobei Mikkola seinem Torhüter die Sicht nahm. Für Niederreiter war dieser Treffer eine Erlösung. Der Stürmer der Winnipeg Jets erlebt ein schwierige Saison. Sowohl ihm als auch den Jets läuft es nicht wie gewünscht, was beim Churer auch darauf zurückzuführen ist, dass ihm ein Knie schon die ganze Spielzeit Probleme bereitet. Das Tor war der erste und einzige Skorerpunkt von Niederreiter an diesem Turnier.

Das Schussverhältnis im ersten Drittel lautete 5:4 zugunsten der Schweizer. Das sagt vieles aus. Das Team von Trainer Patrick Fischer agierte nicht nur effizient, es verteidigte auch sehr kompakt. Zudem setzte es die Finnen mit einem guten Forechecking immer wieder unter Druck. Ganz so gut wie in den ersten 20 Minuten spielten die Schweizer in der Folge nicht mehr. Die Solidarität im Team war aber offensichtlich, jeder kämpfte um jeden Zentimeter, doch wurde das im letzten olympischen Turnier unter Fischer nicht belohnt.

Die Schweizer hätten zum ersten Mal überhaupt an Winterspielen einen Halbfinal bestritten. Zwar gewannen sie 1928 und 1948 in St. Moritz jeweils Olympia-Bronze, damals wurden die Medaillen allerdings in einer Finalrunde mit vier Teams (1928) beziehungsweise in einer Neunergruppe im Modus «jeder gegen jeden» (1948) vergeben. Schon vor vier Jahren in Peking waren die Schweizer im Viertelfinal an Finnland gescheitert, damals waren sie chancenlos und unterlagen 1:5. Diesmal fehlte gegen die nur mit NHL-Spielern angetretenen Finnen wenig, doch das war kein Trost. (sda)

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)