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Ski alpin

«Jetzt werden die Ellbogen ausgefahren»: So heiss ist der Kampf um die Schweizer Olympia-Startplätze

Welcher Star schaut beim Saison-Höhepunkt in die Röhre? Bei den Männern herrscht ein Überangebot, bei den Frauen hingegen sind viele Plätze noch unbesetzt. So geht es bis zur endgültigen Vergabe der Startplätze weiter.

Sie sind die grössten Schweizer Medaillenhoffnungen an den Olympischen Winterspielen (6.-22. Februar in Italien): die Schweizer Speed-Skifahrer. Nicht nur Superstar Marco Odermatt, auch Abfahrtsweltmeister Franjo von Allmen und Bormio-Sieger Alexis Monney sind Goldmedaillen-Anwärter. Und auch den Fahrern der zweiten Garde um Stefan Rogentin, Justin Murisier, Niels Hintermann und Shootingstar Alessio Miggiano ist in einem einzelnen Rennen viel zuzutrauen.

Doch pro Disziplin dürfen in einem Olympia-Rennen nur vier Fahrer der gleichen Nation starten. Es gab Zeiten, in denen erfüllte nicht jeder Athlet die Selektionskriterien: Einmal in den Top 7 oder zwei Mal in den Top 15 in der laufenden Saison. Heuer aber herrscht bei den Speedmännern ein Überangebot, sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G haben fünf Fahrer die Kriterien erfüllt.

Neben den gesetzten Odermatt, von Allmen und Monney geht es an den kommenden zwei Rennwochenenden in Wengen und Kitzbühel um den vierten Startplatz der jeweiligen Disziplin. Gut möglich, dass bis zum Ende der Selektionsfrist am 25. Januar weitere Fahrer die sportlichen Kritierien für einen Startplatz erfüllen werden, dann aber während den Olympia-Rennen wortwörtlich in die Röhre schauen müssen. Rogentin? Murisier? Miggiano? Hintermann? Andere Nationen würden sie mit Handkuss ins Olympia-Kader nehmen, als Schweizer werden einige von ihnen einen negativen Bescheid erhalten.

An der WM 2025 gingen sie spasseshalber zusammen zum Coiffeur, nun kämpfen Stefan Rogentin (links) und Justin Murisier (Mitte) gegeneinander um das Olympia-Ticket.
Bild: Jean-Christophe Bott/ Keystone

Vor den Lauberhorn-Rennen in Wengen geben sich die betroffenen Athleten spürbar Mühe, das Thema gegen aussen nicht hochzukochen. Murisier, mit 34 Jahren einer der Routiniers, sagt etwa, ein Weltcup-Sieg sei ihm wichtiger als ein Olympia-Startplatz. Einzig Hintermann lässt durchblicken, dass es in den kommenden Tagen zur Sache gehen wird: «Der Konkurrenzkampf ist heftig, ab jetzt werden die Ellbogen ausgefahren.»

Flaute bei den Frauen ohne Lara Gut-Behrami

Bei den Männern herrscht ausser im Slalom (noch zwei offene Plätze) ein Überangebot, bei den Frauen hingegen sind noch mehr als die Hälfte der Plätze unbesetzt: In der Abfahrt (Janine Schmitt) und im Super-G (Malorie Blanc) ist erst je eine Athletin fix am Start, von den Technikerinnen haben Camille Rast (Slalom, Riesenslalom), Wendy Holdener (Slalom) und Eliane Christen (Slalom) das Olympia-Ticket auf sicher.

Camille Rast (links) und Wendy Holdener sind die Schweizer Medaillenhoffnungen bei den Frauen.
Bild: Marco Trovati/ Keystone

Darf Corinne Suter ihre Abfahrts-Goldmedaille von 2022 also nicht verteidigen? Soweit dürfte es nicht kommen. Sollten nicht genügend Fahrerinnen und Fahrer die sportlichen Kriterien erfüllen, dürfen die Verantwortlichen solche nominieren, denen sie trotz Formkrise oder verletzungsbedingten Ausfällen ein Topresultat zutrauen. Davon wird die Schweiz ziemlich sicher Gebrauch machen: Als führende Skination kann sie es sich schliesslich nicht erlauben, auf einen der zur Verfügung stehenden Startplätze zu verzichten.

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