Vier Spiele, vier Siege. Nur noch eine Aufgabe trennt die Nati vom perfekten Abschluss dieser ersten Länderspiele seit der WM. Am Dienstagabend wartet in Luzern Nordmazedonien. Es ist die vierte Partie innert zehn Tagen. Ein letztes Kapitel im längsten Nati-Zusammenzug der Geschichte.

Trainer Murat Yakin kündigt im Vergleich zum Sieg gegen Slowenien einige Wechsel an. «Es wird für jeden etwas dabei haben», sagt er. Vielleicht erhält im Tor Yvon Mvogo eine Chance. Gregor Kobel steht mit Dortmund bereits am Freitag wieder im Einsatz. Vielleicht darf Fabian Rieder noch einmal beginnen. Es ist zudem eine Option, Johan Manzambi und Ardon Jashari eine Pause zu geben. Konkret erwähnt Yakin den Namen von Alvyn Sanches, dem er eine Chance geben wird. Yakin sagt: «Es geht auch um die Belastungssteuerung. Vier Spiele in zehn Tagen, das darf man nicht unterschätzen. Vor allem, wenn man den Rhythmus nicht gewohnt ist.»
Amdouni: «Bin nicht glücklich, wenn Embolo fehlt»
Einer, der zuletzt stets gespielt hat, auch im Klub, ist Stürmer Zeki Amdouni. Er ist trotz Abstieg aus der Premier League bei Burnley geblieben. «Der Verein hat mir gesagt, dass sie auf mich setzen wollen. Ich dachte auch nicht wirklich darüber nach, zu gehen. Für mich ist einfach wichtig, zu spielen nach meiner langen Verletzung.» Er kam in allen zehn Saisonspielen mit Burnley zum Einsatz, seit September meist von Anfang an.

Wegen seines Kreuzbandrisses verpasste Amdouni fast die komplette letzte Saison. Auf den letzten Drücker schaffte er es doch noch ins WM-Kader. Es war auch eine Art Belohnung von Yakin, der Amdouni sehr schätzt. Der Nationaltrainer sagt: «Wir alle kennen die Stärken von Zeki. Er ist kreativ, dribbelstark, torgefährlich. Aber was mich eben auch erfreut, ist seine Defensivarbeit. Er sichert viele Rebounds, das ist extrem wertvoll.»
Die Abwesenheit von Breel Embolo nutzte Amdouni für Werbung in eigener Sache. Er traf gegen Nordmazedonien doppelt und auch in Schottland. Seine Quote von 14 Länderspieltoren in 36 Einsätzen (viele davon von der Bank aus) ist stark. Fragt sich einfach, ob es nur Zufall ist, dass er dann am effektivsten ist, wenn Embolo fehlt. Und ob Amdouni künftig auch gegen Topnationen skort – etwas, das bis anhin noch nicht regelmässig klappte.
«Ich bin nicht glücklich, wenn Embolo fehlt», stellt Amdouni klar, «wir haben an der WM gesehen, wie wichtig er für uns ist. Und ich denke, wir könnten auch zusammen auflaufen.» Amdouni mag auch die Position als Spielgestalter hinter dem Stossstürmer. «Ob ich lieber auf der Zehn oder auf der Neun spiele? Soll ich nun sagen: als Neuneinhalb. Ist das eine gute Antwort?», fragt er und lacht. Wobei auch ihm bewusst ist, dass jene Position als Spielgestalter mit Johan Manzambi wohl auf Jahre hinaus besetzt ist – sofern Manzambi fit bleibt.
Für den 20-jährigen Schweizer Zauberfuss hat Yakin ein Sonderlob mitgebracht: «Manzambi ist sehr intelligent. Er sieht, wo die Räume sind. Er weicht aus, wenn er zugestellt wird. Er ist ein Entscheidungsspieler, einer wie Shaqiri. Er sieht, wann er schiessen und wann dribbeln muss.»
Sieg gegen Nordmazedonien – und dann der Aufstieg?
Amdouni lobt den Zusammenhalt der Gruppe. «Es macht richtig Spass mit den Jungs.» Wobei er sich mit seinen 25 Jahren nicht gerade als «grossen Bruder» für die vielen jungen Romands wie Manzambi, Sanches, Athekame oder Boteli sieht, «ich würde sagen, wir gehören zur gleichen Generation – da braucht’s keinen grossen Bruder».
Nationaltrainer Yakin betont noch einmal: «Wir müssen die Aufgaben fertig machen.» Heisst: Ein Sieg ist Pflicht gegen Nordmazedonien. Falls das Parallelspiel Schottland-Slowenien unentschieden endet, wäre der Aufstieg der Schweiz zurück in die Liga A bereits am späten Dienstagabend Tatsache.
Für das Spiel in Luzern um 20.45 Uhr sind noch einige wenige Tickets erhältlich.



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