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Olympische Spiele

Das ist doch verrückt: Für manche ist Marco Odermatt bereits der Verlierer dieser Spiele

Der beste Skifahrer der Welt wollte Gold und gewann Bronze. Nach dem olympischen Super-G blickt er aber bereits voraus auf den Riesenslalom.
Marco Odermatt komplettiert mit Super-G-Bronze seinen Olympia-Medaillensatz.
Bild: Guillaume Horcajuelo

Marco Odermatt ist ein fairer Sportsmann. Er wollte Gold im olympischen Super-G gewinnen – geworden ist es Bronze. Zuoberst auf dem Podest stand bereits zum dritten Mal an diesen Olympischen Spielen Franjo von Allmen. «Franjo darf das jetzt einfach geniessen», sagte Odermatt. «Einen Flow, wie er ihn gerade erlebt, hatte ich vor ein paar Jahren auch einmal.»

Odermatt selbst fehlte an diesen Olympischen Spielen bisher etwas die Leichtigkeit. Vor der Abfahrt – in der Odermatt Vierter wurde – habe er sich zu viele Gedanken gemacht. Im Super-G passierten ihm «ein, zwei kleine Fehler zu viel. Und dann reicht es einfach nicht», bilanzierte er.

Odermatt wird regelmässig missinterpretiert

Silber gewann Odermatt am Montag in der Team-Kombination. Jetzt kam Bronze im Super-G dazu. Damit komplettierte er seinen Medaillensatz, nachdem er vor vier Jahren in Peking den Riesenslalom gewinnen konnte.

Gleichwohl ist mancherorts bereits die Rede davon, dass Odermatt der Verlierer der bisherigen Spiele sei. Das ist verrückt – zweifelsohne. Es zeigt allerdings auch, wie unglaublich hoch die Erwartungen an Odermatt sind.

Odermatt nimmt die Rolle als Topfavorit gerne an. Diese Offenheit ist in der Welt des Sports – in der so oft tiefgestapelt wird – erfrischend ehrlich. Nur werden seine Worte regelmässig missinterpretiert. Nur, weil er sich zutraut, zu gewinnen, heisst das nicht, dass er automatisch immer gewinnt.

Ein nachdenklicher Marco Odermatt hört zu, was Olympiasieger Franjo von Allmen zu sagen hat.
Bild: Peter Klaunzer

«Eine Olympiamedaille zu gewinnen, ist nie selbstverständlich», sagt er. Natürlich war Odermatt nach diesem Super-G nicht restlos zufrieden. Sein Lächeln vor der Siegerehrung kam nur aus halbem Herzen zustande. Er hätte sich den Verlauf der bisherigen Spiele ebenfalls anders gewünscht.

Im Riesenslalom fühlt er sich weniger stark

Noch hat Odermatt eine Chance, Gold an diesen Spielen zu gewinnen – am Samstag im Riesenslalom. Die Ausgangslage ist damit ähnlich wie vor vier Jahren in Peking. Mit dem Unterschied, dass Odermatt damals noch medaillenlos in den Riesenslalom startete. «Dass ich jetzt schon zwei Medaillen habe, gibt etwas Ruhe. Aber natürlich will ich Gold gewinnen.»

In Peking gewann Odermatt das Rennen. Vergleichbar sei die Situation aber nicht, sagt er: «Dieses Mal hätte ich mich im Speedbereich stärker eingeschätzt.» Seit der ersten Januarwoche hat er nicht mehr Riesenslalom trainiert. «Aber vielleicht hilft es ja, mich weniger stark zu fühlen», sagt er.

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