Formel 1

Es ist vollbracht: Kimi Antonelli kürt sich in Mexiko-Stadt zum jüngsten Weltmeister der Geschichte

Nachdem die Entscheidung beim GP der USA noch vertagt wurde, liess Mercedes-Pilot Antonelli diesmal überhaupt nichts mehr anbrennen. Der Weltmeister steht bereits nach dem fünftletzten Rennen der Saison vorzeitig fest.

Lange bevor Kimi Antonelli in der Formel 1 unübersehbar wurde, musste er erst einmal unsichtbar sein. Sieben Jahre war er alt, da versteckte er sich als blinder Passagier in einem Reifenstapel, um ins Fahrerlager beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim zu gelangen. Sein Vater Marco - damals im Porsche Supercup aktiv - schob ihn auf einem Transportwagen, zusätzlich getarnt mit einem Regenschirm, durch die Einlasskontrolle. Der kleine Knirps aus Bologna bestaunte die faszinierende Welt, die Jahre später zu seiner eigenen werden sollte.

Sofort im Rampenlicht

Der junge Italiener ist ein wahres Naturtalent. Nur fünf Tage nach seinem 18. Geburtstag fährt Antonelli erstmals in der Formel 1 - und zwar auf Anhieb spektakulär. Im freien Training von Monza zeigte er seine Fähigkeiten - und begeisterte damit auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Nur einen Tag später verkündet Mercedes, dass Antonelli die Nachfolge von Rekordweltmeister Lewis Hamilton antritt.

In seiner Debütsaison 2025 zahlt Antonelli nach einem starken Auftakt durchaus Lehrgeld. In Monza crasht er erneut. In Spa-Francorchamps versichert er mit feuchten Augen: «Ich bin okay.» Alles andere scheint nach enttäuschenden Ergebnissen der Fall. Später erklärt er: «Ich habe mich von dem Druck quasi zerstören lassen.» Mit einem Sportpsychologen, mehr Erfahrung und einem titelreifen Auto entwickelt sich Antonelli 2026 zum Dominator.

Der Shootingstar konnte 2026 insgesamt neun Grand Prix gewinnen und ging mit einer sehr angenehmen Ausgangslage in Mexiko an den Start: Nach dem GP der USA fehlten ihm noch zwei Punkte um den Titel unter Dach und Fach zu bringen. Solange weder sein Teamrivale George Russell noch Lewis Hamilton im Ferrari das entscheidende Rennen nicht gewinnen, ist Antonelli der Titel nicht mehr zu nehmen. Und selbst wenn eine der beiden den GP von Mexiko gewonnen hätte, wäre ein 9. Platz (im Falle eines Russell-Sieges) oder ein 10. Platz (im Falle eines Hamilton-Sieges) für die vorzeitige Krönung bereits genug gewesen.

Antonelli liess trotz Unterbrechung nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen

Beim Start hielt sich Antonelli aus den Zweikämpfen seiner Mitstreiter heraus. Russell verlor mehrere Positionen und kassierte für eine Kollision mit Red-Bull-Pilot Isack Hadjar zudem eine Zeitstrafe. An der Spitze duellierten sich die Ferrari-Piloten hart, auch Charles Leclerc wurden fünf Sekunden Strafe aufgebrummt. Doch der Monegasse führte zunächst - vor Verstappen und Hamilton, die sich per Funk über die milde Strafe beklagten.

Nach den ersten Reifenwechseln übernahm Verstappen dann die Führung, wenig später kamen alle Autos an die Box: Nach einem Einschlag von Valtteri Bottas musste das Rennen für Aufräumarbeiten unterbrochen werden. In der Boxengasse wirkte Antonelli in dieser Phase selbstsicher und grinste im Gespräch mit seinem Team.

Beim stehenden Neustart blieb Verstappen vorn, Hamilton schob sich an Leclerc vorbei. Auch Antonelli überholte den Monegassen, war nun Dritter - und fuhr seinem großen Triumph entgegen. Um 23.25 Uhr Schweizer Zeit war es amtlich: Der 20-Jährige, der nun Sebastian Vettel als jüngsten Weltmeister aller Zeiten ablöst, sicherte sich in seinem zweiten F1-Jahr den ersten Titel, 73 Jahre nach dem bisher letzten italienischen Formel-1-Weltmeister Alberto Ascari.

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